VVO: Vergabe und Beschluss

In ihrer Sitzung am 29. Juni 2023 hat die Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) beschlossen, die Leistungen im E-Netz Oberelbe für den Zeitraum ab Dezember 2026 bis Dezember 2040 an DB Regio zu vergeben.

Zudem wird die Regionalbahn RB 31 als neue S-Bahn-Linie S 6 Dresden–Elsterwerda von 2026 bis 2035 in das Netz Lausitz integriert. „Trotz eines, im Rahmen von Verhandlungen erzielten, wirtschaftlicheren Angebots ist die Finanzierung der Leistungen nur gesichert, wenn die Regionalisierungsmittel des Bundes weiter aufgestockt werden und diese durch den Freistaat Sachsen vollständig an die Verbünde weitergereicht werden“, betonte der Vorsitzende des Zweckverbands, Landrat Michael Geisler. Andernfalls werde der VVO verbundweit Abbestellungen von Leistungen vornehmen müssen. Das E-Netz Oberelbe umfasst die Strecke Dresden–Leipzig sowie die Linien von der Landeshauptstadt nach Cottbus und Hoyerswerda. Das Volumen umfasst jährlich 3,1 Mio Zug-km, der Betriebsstart erfolgt im Dezember 2026. Ab Dezember 2035 erhöht sich durch die Integration der S 6 in das E-Netz das Volumen auf 3,9 Mio Zug-km pro Jahr. Zudem steigen die Kapazitäten auf allen Verbindungen: Für die Linie Dresden–Leipzig ist der Einsatz von fünfteiligen, Doppelstock- Fahrzeugen vom Typ Twindexx Vario vorgesehen. Aufgrund eines separaten Fahrradwagens bieten die Triebwagen zudem die Möglichkeit, mehr Fahrräder mitzunehmen. Auf den Verbindungen von Dresden nach Hoyerswerda und Cottbus werden vierteilige Fahrzeuge vom Typ Talent 2 eingesetzt, die häufiger als bisher in Doppeltraktion verkehren. Zugbegleiter auf allen Fahrten, kostenfreies WLAN und Steckdosen gehören ebenfalls zum Standard. Auf der S 6 werden neben diesen Fahrzeugen bis 2035 zusätzlich die im Netz Lausitz genutzten Triebwagen vom Typ Mireo eingesetzt, die über vergleichbare Komfortmerkmale verfügen. Zudem wird die Linie künftig ganztags im Stundentakt nach Elsterwerda fahren. Um die gestiegenen Kosten aufgrund der Energiekrise sowie die höheren Aufwendungen für das Personal auszugleichen, hat die Bundesregierung die Regionalisierungsmittel erhöht. „Der Freistaat Sachsen hat diese Gelder rasch an die Verbünde weitergeleitet“, erläuterte VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen. „So konnte heute im Rahmen des beschlossenen Nachtragshaushalts die Verwendung der für den VVO vorgesehenen 35,3 Mio Euro beschlossen werden.“ 16,6 Mio Euro werden an die Landkreise Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Landeshauptstadt Dresden zur Unterstützung von Straßenbahn- und Buslinien weitergeleitet, 18,7 Mio Euro werden zur Stabilisierung des Eisenbahnverkehrs verwendet. „Nun ist es wichtig, die Finanzlage dauerhaft zu stabilisieren, um das Angebot zumindest punktuell erweitern zu können“, betonte Ehlen. „Wir sehen mit Sorge, dass die Kapazitäten auf vielen wichtigen Bahnstrecken nicht mehr ausreichen, um die Vielzahl der durch das Deutschlandticket gewonnenen Fahrgäste sowie deren Fahrräder in einer angemessenen Qualität zu befördern.“ Geisler ergänzte: „Wir erwarten vom Freistaat, dass er das Klimapaket und das Energiepaket der Regionalisierungsgesetz (RegG)- Mittel auch ab 2024 an die Zweckverbände weiterreicht. Außerdem muss das Ostpaket des RegG, dessen Mittel bisher angespart wurden, jetzt für den regionalen Eisenbahnverkehr eingesetzt werden. Andernfalls droht für Sachsen eine Verkehrswende im Rückwärtsgang.“ (mab)

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