Vertragskrise im Norden ausgerufen

Wegen des weiterhin nicht funktionierenden Betriebs der Regionalbahnen auf der Strecke Kiel–Lübeck–Lüneburg hat das schleswig-holsteinische Verkehrsministerium eine Vertragskrise ausgerufen.

Dies stelle eine weitere Eskalation dar, sei aber ein reguläres Instrument für solche Fälle, das auch intensivere Kontakte mit dem Betreiber Erixx beinhalte, erklärte NAH.SH-Chef Arne Beck. Die Strafzahlungen seien bereits in „Millionengröße“ verhängt und für das Unternehmen sei es „sehr unwirtschaftlich, die jetzige Personalsituation in Kauf nehmen zu müssen“. Erixx müsse erhebliche Eigenaufwendungen erbringen, um zusätzliche Leihlokführer einzustellen. Beck gab sich zuversichtlich, dass der Betreiber schnellstmöglich Maßnahmen ergreife. Doch sei man sich auch bei NAH.SH bewusst, dass Ausbildung und auch Einweisung von Leihlokführern viel Zeit benötige.

Das Bahnunternehmen hat den Verkehr auf der Strecke Kiel–Oppendorf erneut eingestellt, um das Personal auf seiner Hauptstrecke einsetzen zu können, da es erneut einen hohen Krankenstand gäbe. Laut des Leiters Betrieb von Erixx, Rainer Blüm, frage das Unternehmen täglich bei Zeitarbeitsunternehmen für Fahrpersonal an, um weitere Leihkräfte einsetzen zu können, auch wenn diese rund 2,5-mal so viel kosteten wie eigenes Personal. Er hoffe, dass man zeitnah mit zehn fertig ausgebildeten Mitarbeitern plus dem Personal der Oppendorfer Strecke den Betrieb stabilisieren könne.

Die nächste Herausforderung werde nun die Umstellung auf die neuen Akku Flirt zum Jahresende. Derzeit stellt DB Regio Diesel-Triebzüge des Typs Coradia Lint 41 als Übergangsflotte bereit. Da der Hersteller die Werkstatt in Rendsburg noch nicht fertiggestellt habe, würde die Erprobung der Akku Flirt nun in Kiel Süd erfolgen. Der Knackpunkt bleibe aber, auch über genügend Personal zu verfügen, um die Einweisungen parallel zum Regelbetrieb durchführen zu können. (FM)

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