VDV gründet den AAEI
Ziel des Ausschusses ist es, den Infrastrukturunternehmen eine stärkere, sichtbare und fachlich fundierte Stimme zu geben. „Über viele Jahre konnten wir das System Eisenbahn vor allem aus Sicht des Betriebes betrachten. Das war möglich, weil die Infrastruktur lange als stabil und zuverlässig galt“, sagt Jörg Sandvoß, Vorsitzender des neuen Ausschusses. „Heute sprechen wir über ein Netz von rund 39.000 km – nur rund 60 Prozent dieses Netzes elektrifiziert – das an seine Belastungsgrenzen gekommen ist.“ Zustand, Organisation und Finanzierung der Infrastruktur bestimmen unmittelbar Qualität, Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Eisenbahn. Deshalb müssten die Bedarfe der Infrastrukturbetreiber klar benannt und konsequent in politische Entscheidungen einbezogen werden. Der AAEI soll als Koordinierungs- und Strategiegremium für infrastrukturelle Fragestellungen im Schienenverkehr dienen.
Der AAEI ergänzt die Arbeit der VDV-Fachausschüsse, entwickelt übergreifende Positionen und schafft ein Forum für den regelmäßigen Austausch der Infrastrukturunternehmen. Der neue Ausschuss befasst sich mit zentralen Fragestellungen rund um die Finanzierung der Eisenbahninfrastruktur, die Weiterentwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen sowie mit dem Beitrag der Infrastruktur zu Qualität und Pünktlichkeit. Weitere Themen sind der engpassorientierte Ausbau, der Erhalt und die Modernisierung der Netze, Fragen der Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung, der Abbau bürokratischer Hürden sowie der Einsatz moderner Zugsicherungssysteme. Der Ausschuss kommt in der Regel zweimal jährlich zu zusammen. Zu den ersten Arbeitsschwerpunkten zählen Fragen der Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung, die Weiterentwicklung des Trassenpreissystems und die Korridorsanierungen. (mab)