Studienergebnis: Breite Resignation
Seit 2021 führt die Versicherung jährlich die repräsentative Online-Befragung zum Mobilitätsverhalten der Deutschen durch. An der diesjährigen Befragung durch das Meinungsforschungsunternehmen YouGov haben 4114 Menschen ab 16 Jahren teilgenommen. Das Ergebnis: Inzwischen gibt es eine breite Resignation beim Blick auf den Gesamtzustand der Mobilität im Land – die Jugend setzt nun wieder auf das Auto. 26 Prozent der Befragten absolvieren „wichtige Termine grundsätzlich nicht mehr mit der Bahn” und 28 geben an, sie planten Bahnfahrten nur noch mit „deutlich größerem Zeit-Puffern als noch vor etwa zwei Jahren“, während sogar 35 Prozent angaben, „Bahnfahrten, wenn irgend möglich, zu vermeiden“. Der ÖPNV mit Bussen und Bahnen wird laut Befragung gleichbleibend seit 2021 nur von maximal 13 Prozent der Befragten als „Verkehrsmittel der Zukunft“ eingestuft; auch über das Fahrrad sagen das mit 16 Prozent inzwischen rund ein Drittel weniger Menschen als früher. Dagegen erreicht das Auto mit 76 Prozent einen neuen Spitzenwert in dieser Kategorie – inzwischen auch wieder bei jungen Menschen. Im Jahr 2022 schätzten bei den unter 40-jährigen nur 64 Prozent das Auto als Verkehrsmittel der Zukunft ein, inzwischen seien es 75 Prozent. Und dies, obwohl auch im Straßenverkehr bei vielen Menschen der Frust wachse.
Im „ZDF“ erklärte der Berliner Mobilitätsforscher Prof. Andreas Knie, dass auch die Sanierungspolitik der Bahn zur Abwendung von der Schiene beitrage: „Wenn über Monate zentrale Verbindungen entfallen, suchen sich Menschen Alternativen – und das ist meist das Auto.“
Die DB reagierte auf die Mobilitätsstudie mit einer Pressemeldung: Die Erhebung basiere auf Befragungen aus der Zeit vor dem Iran-Krieg. Derzeit verzeichne die Bahn dagegen weitere Fahrgastrekorde und auch Geschäftsreisende würden die Bahn wieder nutzen. Dass sich die Deutschen von der Bahn abwenden würden, decke sich nicht mit der tatsächlichen Nutzung. (FM)