„Sicherheit geht vor Geschwindigkeit“
Die Unfallserie in der NRW-Landeshauptstadt hat sich am 24. Mai 2026 mit dem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen, der 30 Verletzte forderte, fortgesetzt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit der Sicherheitsstrategie 2030 einen Rahmen geschaffen, um Sicherheit systematisch weiterzuentwickeln. Die aktuellen Ereignisse führen nun dazu, dass die Rheinbahn laufende Maßnahmen beschleunigt und erweitert. Zu den kurzfristigen Maßnahmen gehören ein Begegnungsverbot an spitzbefahrenen Weichen mit zusätzlichen Vor-Ort-Kontrollen, die Einführung von „Vorzugslagen“ für besonders risikobehaftete elektrische Weichen, zusätzliche Melde- und Informationsprozesse bei Ausfällen von Weichensteuerungen und Weichensignalen, intensivierte Schulungs- und Unterweisungsmaßnahmen sowie eine verstärkte Begleitung von Fahranwärterinnen und Fahranwärtern im ersten Einsatzjahr. Das Unternehmen weist darauf hin, dass einzelne Maßnahmen Auswirkungen auf Betriebsabläufe und punktuell auch auf die Pünktlichkeit haben können. Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe betont: „In der aktuellen Situation gilt ein klarer Grundsatz: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit!“
Zusätzlich will die Rheinbahn drei unabhängige externe Untersuchungen beauftragen. Erster Punkt ist die Überprüfung der Betriebs- und Sicherheitsorganisation einschließlich der Wirksamkeit bereits eingeleiteter Maßnahmen. Zweitens erfolgt eine Bewertung technischer Sicherungs- und Unterstützungssysteme insbesondere im Bereich Fahrwegsicherung, Weichensteuerung und Signaltechnik. Dritter Punkt ist eine „Human Factors“-Analyse mit Fokus auf betriebliche Belastungssituationen, Entscheidungsverhalten, Ausbildung, Fahrerassistenz und sicherheitsrelevante Mensch-Technik-Schnittstellen.
Zur beschleunigten Umsetzung hat die Rheinbahn eine „Taskforce Sicherheitssteuerung“ eingerichtet. Diese koordiniert die Priorisierung, Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle sämtlicher Maßnahmen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse aller Entgleisungs- und Unfallereignisse seit November 2025. (mab)