SBH: Unterstützung aus Bayern

Testweiser BRB-Ersteinsatz am 25. Juni 2026: Ein Sechsteiler aus Oberbayern stützt ab Mitte Juli den Fuhrpark der S-Bahn Hannover. Foto: Achim Uhlenhut

Da die S-Bahn Hannover nach wie vor erheblich zu wenige Fahrzeuge einsatzbereit halten kann, kommen im Rahmen des inzwischen achten Ersatzkonzepts erneut angemietete Zusatzzüge zum Einsatz.

Vom Alpenrand ins Flachland: Vom Transdev-Schwesterunternehmen BRB Bayerische Regiobahn hat sich die S-Bahn Hannover (SBH) einen sechsteiligen Flirt-Triebzug ausgeliehen. Nach ersten Testfahrten im Juni als Zusatzpendel S 77 soll dieser ab Mitte Juli wochentags die reguläre Linie S 7 Hannover–Lehrte–Celle verstärken. Der BRB-Flirt – ehemals Meridian, Bayerische Oberlandbahn – ist älter als jener der SBH, aber doppelt so lang und komfortabler. Allerdings stehen wegen des Einsatzes auf längeren Strecken wie München–Salzburg weniger Türen als bei den S-Bahn-Versionen zur Verfügung. Die Kapazität entspricht zwei SBH-Einheiten. Drei weitere ersetzt das Unternehmen durch die mittlerweile dritte Anmietung von Mireo Smart aus dem Fahrzeugpool von Siemens Mobility (Smart Train Lease). Diese verstärken sehr kurzfristig schon seit dem 26. Juni 2026 erneut die Linien S 3, S 6, S 7, S 61 im östlichen Bereich der Region Hannover, wobei die S 61 zunächst ohnehin baubedingt entfällt, gefolgt von sechs Ausfall-Wochen der S 3. Als Grund für das „Fahrzeugersatzkonzept“ benannte die SBH in einer Mitteilung „die aktuellen sowie perspektivisch hochsommerlichen Temperaturen“. Diese hätten „Auswirkungen auf die Schieneninfrastruktur und damit auch auf unsere Fahrzeuglage“. Weiter hieß es, „mit diesem Fahrzeug-Ersatzkonzept wird das Betriebsangebot kurzfristig unterstützt und schafft zusätzliche Planungssicherheit für unsere Fahrgäste, damit diese möglichst zuverlässig ihre Reisewege organisieren können.“

An dieser Zuverlässigkeit fehlt es der Transdev-S-Bahn Hannover seit Betriebsübernahme von DB Regio in zwei Stufen im Dezember 2021 und Juni 2022. Auch die angekündigte Inbetriebnahme einer eigenen Werkstatt im Sommer 2025 änderte daran bislang nichts. Wie lange das aktuelle „Fahrzeug-Ersatzkonzept“ gilt und die vier Einheiten in Hannover bleiben, verlautete nicht.

Die Region Hannover als zuständiger Aufgabenträger kündigte zeitgleich zum Start des Leihfahrzeugeinsatzes an, dass sie weiter „ihre vertraglichen Möglichkeiten der Pönalisierung der Nicht- und Schlechtleistung“ nutzen werde. Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz begrüßte zwar den Betriebseinsatz der vier Leihfahrzeuge, betonte aber, dies könne „nur der erste Schritt sein“. Es sei „das richtige Signal, dass Transdev kurzfristig Ersatzfahrzeuge angemietet hat, um dem Fahrzeugmangel entgegenzuwirken“, so Franz. Dennoch setze Transdev „weiterhin weniger Fahrzeuge ein als im S-Bahn-Vertrag vorgesehen. Deshalb muss es jetzt vorrangiges Ziel für den Betreiber sein, die eigene Werkstatt leistungsfähig zu machen und mehr eigene Fahrzeuge auf die Schiene zu bringen. Ein zuverlässiger S-Bahn-Verkehr muss endlich die Regel werden.“ (ht)

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