Ruhrbahn-Busfahrschule zertifiziert

Der erste zertifizierte Lehrgang läuft bereits. Foto: Ruhrbahn
Damit schafft das Essener Unternehmen neue Perspektiven für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten. „Die Zertifizierung ist für uns weit mehr als ein Qualitätssiegel“, erklärt Ahmet Avsar, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Ruhrbahn. „Sie bestätigt die hohe Qualität unserer Ausbildung und eröffnet uns gleichzeitig neue Möglichkeiten in der Personalgewinnung. Über die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und den Jobcentern können wir Menschen für den öffentlichen Nahverkehr qualifizieren, früh kennenlernen und für eine langfristige Tätigkeit bei der Ruhrbahn begeistern.“
Die Ruhrbahn wurde im Oktober 2025 durch die Zertifizierungsstelle CERTQUA als zugelassener Träger nach dem Recht der Arbeitsförderung zertifiziert. Seit Jahresbeginn liegt zusätzlich die Maßnahmenzertifizierung für die Teilqualifikation „Personen befördern“ im Berufsbild Berufskraftfahrer vor. Damit können Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit und der Jobcenter genutzt werden, um die Ausbildung vollständig zu finanzieren. Die AZAV-Zertifizierung bestätigt, dass Ausbildungsinhalte, Organisation, Ausstattung und Qualitätsmanagement höchsten Anforderungen entsprechen. Zugleich schafft sie die Grundlage, künftig weitere Aus- und Weiterbildungsangebote als geförderte Maßnahmen anzubieten.
Wie diese Qualität im Ausbildungsalltag umgesetzt wird, weiß Stefan Brauckmann, Leiter der Busfahrschule: „Wir bringen die Fachkräfte von morgen nicht nur sicher durch die Prüfung, sondern bereiten sie umfassend auf die Anforderungen des Fahrdienstes vor.“ Die Teilnehmenden sammelten von Beginn an praxisnahe Erfahrungen und lernten den Berufsalltag im ÖPNV unmittelbar kennen.
Mit dem ersten zertifizierten Lehrgang ist die Ruhrbahn im Mai 2026 in die praktische Umsetzung gestartet. Derzeit absolvieren zehn Teilnehmende die Qualifizierung. Vier von ihnen nehmen über die Jobcenter an der Maßnahme teil und lernen die Ruhrbahn als potenziellen Arbeitgeber kennen. Vier weitere Teilnehmende sind bereits bei der Ruhrbahn beschäftigt und werden im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit gefördert. Zwei Teilnehmende wurden direkt von der Ruhrbahn eingestellt.
Die Ausbildung dauert bis Oktober und vermittelt neben den Fahrerlaubnisklassen D und DE auch die beschleunigte Grundqualifikation Personenverkehr sowie weitere Qualifikationen für den Einsatz im öffentlichen Nahverkehr. Statt ausschließlich theoretischer Inhalte erleben die Teilnehmenden reale Verkehrssituationen und lernen die Anforderungen eines Nahverkehrsunternehmens direkt in der Praxis kennen. Begleitet werden sie dabei von Fahrtrainerinnen und Fahrtrainern.
Der große Vorteil des Konzepts laut Ruhrbahn: Theorie und Praxis greifen von Beginn an ineinander. Die Teilnehmenden lernen das Unternehmen, die Sicherheitsstandards sowie die Service- und Kundenorientierung im Alltag früh kennen. Gleichzeitig profitiert das Verkehrsunternehmen von einem direkten Zugang zu potenziellen Fachkräften. Die Zusammenarbeit erfolgt derzeit mit den Jobcentern Essen und Mülheim sowie der Agentur für Arbeit Essen. Perspektivisch sollen weitere Kooperationen folgen. (mab)