Rechtskräftiger Zuschlag in Berlin

Nach dem rechtskräftigen Zuschlag kann nun auch die Produktion der insgesamt 350 Halbzüge mit 1400 Wagen beginnen. Foto: DB AG/Volker Emersleben

Nach Abschluss des Nachprüfungsverfahrens zur S-Bahn-Ausschreibung für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd (SBSNS-II) ist am 8. Juli 2026 der rechtskräftige Zuschlag an das Bieterkonsortium aus S-Bahn Berlin, Siemens Mobility und Stadler Deutschland erteilt worden.

Damit kann der Herstellungsprozess für die neuen S-Bahn-Fahrzeuge – insgesamt 350 Halbzüge mit 1400 Wagen – beginnen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat die Länder in diesem Prozess als Vergabestelle unterstützt und wird auch künftig das Vertragsmanagement durchführen. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 16. Juli 2026 informierten Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde, Bürgermeister und Finanzsenator Stefan Evers, Vertreter des beauftragten Konsortiums sowie die Geschäftsführungen des VBB und der S-Bahn Berlin zum Projektstart.

Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH: „Die Freude bei der S-Bahn Berlin ist riesig – die endgültige Vergabe schafft eine langfristige Perspektive für unsere über 3000 Kolleginnen und Kollegen.“ Als S-Bahn Berlin übernehme man weiterhin den Betrieb und „eine entscheidende Rolle“ bei der Instandhaltung der neuen Flotte. Michael Peter, CEO Siemens Mobility, versicherte: „Mit innovativen Fahrzeugen, digitalen Technologien und intelligenter Instandhaltung schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern die Grundlage für ein leistungsfähiges, nachhaltiges und zukunftsorientiertes S-Bahn-System für Berlin.“ Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail AG, betonte: „Für Stadler ist dieser Auftrag ein klares Bekenntnis zur Fertigung in der Hauptstadtregion. Ich danke den Ländern Berlin und Brandenburg für ihr Vertrauen.“ Christoph Heuing, Geschäftsführer des VBB, betonte derweil: „Mit dem rechtskräftigen Zuschlag schließen wir ein herausforderndes und komplexes Vergabeverfahren erfolgreich ab. Nun kommt es darauf an, dass die neuen Fahrzeuge pünktlich geliefert werden.“

Betriebsaufnahme und Einflottung der neuen S-Bahn-Fahrzeuge sollen zum Jahresbeginn 2032 starten und planmäßig 2038 abgeschlossen sein. Die Neufahrzeuge ersetzen in beiden Teilnetzen die Fahrzeuge der Bestandsbaureihen 480 und 481. Der Verkehrsvertrag über die Betriebsleistungen wird für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen. Der Instandhaltungsvertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren und sichert die Instandhaltungsleistungen über die gesamte Lebensdauer der Neufahrzeuge. Die Instandhaltung erfolgt in Bestandswerkstätten der SBahn Berlin GmbH, darunter ist das Werk in Schöneweide. Alle entsprechenden Werkstätten werden für die Wartung der neuen Fahrzeuge ertüchtigt. Zudem wird ein neues S-Bahn-Instandhaltungswerk in Fredersdorf-Vogelsdorf errichtet, um die Wartung der erweiterten Flotte zu gewährleisten.

Die neuen Fahrzeuge bieten unter anderem eine vollständige Klimatisierung, Fahrgastinformationssysteme, automatische Schiebetritte und Videotechnik. Mit dem Zuschlag geht nun auch die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Berlin (LSFB) an den Start. Diese ermögliche eine nachhaltige Finanzierung der Fahrzeuge und der Werkstattum- und -neubauten sowie ein Monitoring „der Qualität öffentlich finanzierter Fahrzeuge und Werkstätten“.

Begleitend zur Vergabe haben die beiden Länder mit der DB InfraGO die Voraussetzungen geschaffen, dass ab Anfang der 2030er-Jahre in der Steuerungsund Dispositionszentrale (SDZ) die Mitarbeitenden des Infrastrukturbetreibers und des Verkehrsunternehmens in einer Leitstelle zusammenarbeiten. (mab)

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