Partner bei Produktentwicklung

DSW21-Mitarbeiter Detlef Protmann bei der Montage der neuen Radreifen. Foto: DSW21/Jörg Schimmel
In diesem Sommer wurden in Dortmund Test-Messungen durchgeführt. GHH hatte dazu eine Stadtbahn von DSW21 mit den neuen Radreifen und den Schwingungs-Dämpfern ausgestattet. Die Tests verliefen vielversprechend. „Silence ID“ milderte die Fahrgeräusche in Kurvenlagen um bis zu 17 dBA ab. Die Frequenz, die vom Menschen allgemeinhin als Quietschen wahrgenommen wird, konnte spürbar gedämpft werden.
Sollte die Neuentwicklung weiter überzeugen, ist eine schrittweise Ausrüstung aller 47 Niederflur-Stadtbahnen, die auf den Linien U 43 und U 44 unterwegs sind, denkbar. Gleiches gilt für die 34 Neufahrzeuge des B-Wagen-Projekts bei DSW21. Am Ende wäre dann mehr als die Hälfte der insgesamt 145 Fahrzeuge geräuschärmer unterwegs. „Wir sind grundsätzlich an allen Themen interessiert, die Stadtbahnen für Anwohnende noch leiser machen und den Komfort für unsere Fahrgäste erhöhen. Daher haben wir uns nicht lange bitten lassen, als Praxispartner mitzumachen“, betont DSW21-Betriebsleiter Ralf Habbes. „Der Transfer von der Theorie in die Praxis ist eindrucksvoll gelungen. Die Neuentwicklung hat bislang gehalten, was sie versprochen hatte. Daher sehen wir weiter großes Potenzial in diesem Produkt.“
DSW21 und GHH haben daher vereinbart, die Kooperation fortzuführen: Nach der nächsten Instandhaltung des Testfahrzeugs sollen weitere Messungen erfolgen. „Uns interessiert nun natürlich die Langzweit-Wirkung“, erläutert Thomas Steinröder, Leiter des Fachbereichs Schienenfahrzeuge bei DSW21. „Wie arbeitet der Schwingungs- Dämpfer, wenn wir den gesamten Lebenszyklus eines Radreifens betrachten?“ Radreifen können für gewöhnlich zwei bis drei Jahre im Linienbetrieb genutzt werden. Um für diesen Zeithorizont Beurteilungen treffen zu können, müssten in den nächsten Monaten weitere Messungen in Kurvenlagen erfolgen.
Ergänzend dazu plant DSW21 Dauermessungen über einen Zeitraum von mehreren Tagen. Dort werden dann nicht nur Daten für die Kurvenlagen erhoben. Vielmehr sammelt die unter dem Wagenkasten installierte Sensorik permanent im Linienbetrieb Fahrdaten. Steinröder: „Das sind für uns spannende Synergie-Effekte. Auf diese Weise erhalten wir umfangreiches Datenmaterial über die Schienenbeschaffenheit ganzer Stadtbahnlinien – das ist für uns als Betrieb ungemein wertvoll.“ (mab)