Integration verzögert sich

Auch verkehrlich sind das Land Salzburg und der Landkreis Berchtesgadener Land eng miteinander verbunden. Foto: LRA BGL
„Mit der Unterstützung der EU und in enger Zusammenarbeit mit der SVG rücken wir dem gemeinsamen Verkehrsverbund deutlich näher“, betonte der Landrat im Berchtesgadener Land, Michael Koller. Das Land Salzburg und der Landkreis seien wirtschaftlich, sozial und verkehrlich eng miteinander verbunden. Die geplante Verbundintegration solle den ÖPNV vereinfachen – mit einem nahtlosen, grenzüberschreitenden Angebot mit einheitlichen Tarifen, besseren Anschlüssen sowie einer Bündelung von Vertrieb, Marketing und Fahrgastinfo. Auch Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll betonte: „Die zugesagten EU-Mittel sind Rückenwind für ein grenzüberschreitendes Angebot.“
Die nun gewährten Gelder fließen insbesondere in die finale Ausarbeitung des Tarifangebots und in den Aufbau der für die Verbundintegration notwendigen Organisationsstruktur. Dass die Umsetzung eines solchen grenzüberschreitenden Verkehrsverbunds – der laut der Akteure in dieser Form erstmalig in Deutschland und Österreich geschaffen werde – komplex ist, zeigt auch der Umstand, dass zuletzt die Integration vom ursprünglich geplanten Start Anfang 2027 auf das vierte Quartal 2027 verschoben werden musste.
Die bewilligten Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und werden über das Interreg-Programm, das länderübergreifende Kooperationen unterstützt, bereitgestellt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter verwies darauf, dass der Freistaat mit eigenen Fördergeldern im Vorfeld bereits die vorbereitende Grundlagenstudie für den Landkreis Berchtesgadener Land mit 550.000 Euro gefördert hat. Später werde Bayern „im Rahmen der Eckpunkte zur Förderung von Verbundintegrationen auch einmalige und dauerhafte Kosten des Verbundbeitritts auf bayerischer Seite“ fördern.
Der Landkreis Berchtesgadener Land hatte sich zuletzt entschieden, einen großen Teil des ÖPNV in drei Teilnetzen stufenweise per Inhouse-Vergabe an die neu gegründete Berchtesgadener Land Mobilitätsgesellschaft (BGLM) zu vergeben. (dhe)