„Hochleistungs-Korridore”: DB Netz will SEV bezuschussen

In einem ersten Schritt könnte DB Netz im Zuge der weiteren Riedbahn-Sanierung ab 2024 die „spezifischen Mehrkosten“ für den

SEV übernehmen; Foto: DB AG/Stefan Wildhirt

DB Netz ist offenbar bereit, die „spezifischen Mehrkosten“ für den Schienenersatzverkehr (SEV) der Regionalverkehre auf den zu generalsanierenden „Hochleistungs-Korridoren“ zu übernehmen.

Das stellte Jörg Sandvoß, DBKonzernbeauftragter für die Gemeinwohlorientierte Infrastruktur, in Aussicht. Man sei dazu in „konstruktiven Diskussionen“, zunächst für die bereits feststehende Riedbahn- Sanierung 2024. DB Netz verspricht sich davon mehr „Akzeptanz“ für die Vollsperrungs-Maßnahmen.

Breits im Juli hatte Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und Präsident des Bundesverbandes Schienennahverkehr (BSN) gefordert, dass die Kostenverteilung bei den geplanten Vollsperrungen der am stärksten belasteten Strecken „neu gedacht“ werden müsse. Die entsprechenden langen SEV seien „in den normalen Verfahren beziehungsweise Verkehrsverträgen schlicht nicht abgebildet“, erklärte auch Matthias Stoffregen, Geschäftsführer des Verbands Mofair, gegenüber den Nahverkehrs- Nachrichten (NaNa). Als Vergleichswert für die „Mehrkosten gegenüber dem allgemeinen Lebensrisiko“ nannte Sandvoß „fünf Jahre, in denen ich normalen SEV mit normalen Baustellen hatte“. Derzeit sei eine pauschalierte Lösung bei der Mehrkosten-Errechnung wahrscheinlich, im Gespräch war auch ein Algorithmus.

Auf den Sanierungskorridoren – um Platz für Fern- und Güterverkehr zu schaffen, teilweise auch auf den Ausweichstrecken – wird kein beziehungsweise weniger Regionalverkehr auf der Schiene erfolgen. Um die Kundenakzeptanz zu erhalten, müsse der SEV dort „qualitativ und quantitativ“ wesentlich umfänglicher als derzeit sein, erläuterte Sandvoß. Laut Katja Machatsch, Leiterin Produktinnovation bei DB Regio, stiegen bei aktuellen SEV-Maßnahmen durchschnittlich 46 Prozent der SPNV-Nutzer auf den Pkw um. In gute SEV-Konzepte müsse nun „Grips“ fließen, betonte Sandvoß, und nannte etwa Konzepte mit Express- SEV zwischen den wichtigsten Regionalverkehrs-Halten und einem ausreichenden Rhythmus mit barrierefreien Fahrzeugen als mögliche Faktoren. (jgf)

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