Folgenreiches Winterwetter

Zwei Tage lang befuhren die Stadtbahnen lediglich ein begrenztes Rumpfnetz mit nur kurzen Strecken außerhalb des Tunnels; Foto: Achim Uhlenhut

Nach neuerlichen Betriebseinstellungen bei Stadtbahn und Bus der hannoverschen Verkehrsbetriebe hatte die Unternehmensleitung vor dem Verkehrsausschuss des Aufgabenträgers Region Hannover zu berichten.

Zum zweiten Mal nach 2021 hatte als Folge stärkerer Schneefälle im Januar 2026 nicht nur der Busverkehr in der Stadt Hannover und deren Umland eingestellt werden müssen, auch die Stadtbahnen fuhren mehrere Tage lang nicht oder nur stark eingeschränkt. Den Verkehrspolitikern erläuterte Elke van Zadel, unter anderem für Technik und IT zuständige Vorstandsvorsitzende der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und Geschäftsführerin der derzeit als Gemeinschaftsbetrieb geführten Regiobus Hannover GmbH, die Probleme der Unternehmen.

Konkret war nach ersten Meldungen zu Schäden im Gleisbereich wenige Stunden nach Beginn stärkerer Schneefälle am 9. Januar der Stadtbahnbetrieb „geordnet runtergefahren worden“. Insgesamt fielen etwa 15 bis 20 cm Schnee, allerdings von Sturmtief Elli begleitet, sodass es auch zu Schneeverwehungen kam. Van Zadel benannte als „extreme Situation“ Höhen bis zu 1 m Schnee – insbesondere auf Landstraßen im Umland, was das Aus für einige Buslinien bedeutete. Die Betriebseinstellung bei der Stadtbahn hingegen war letztlich eine Folgerung aus einem Gutachten zur Schneesituation Anfang 2021. Damals kam es zu Schäden an Strecken und Bahnen, nachdem „ultrakompakter Flugschnee“ Überwegplatten hochgedrückt hatte. Außerdem hatte vielerorts fehlender Verguss entlang eingepflasterter Strecken bei Frost umfangreiche Aufbrüche zur Folge.

Vergleichbar war die Situation im Januar. Laut Unternehmensleitung waren Grund für angehobene Überwegplatten und Asphaltstreifen am Gleis diesmal die Stadtbahnen selbst. Die Achslast sei „durch neue Crashnormen massiv nach oben gegangen“. Dadurch „hochgedrückter Asphalt“ führte zur „Einstellung des Verkehrs aus Sicherheitsgründen“. Hinsichtlich der Überwege betonte van Zadel, „es gibt keine andere Bauweise als Bitumen“, insofern sei auch künftig bei ähnlichen Wetterlagen mit Einschränkungen zu rechnen. Man könne „nicht proaktiv im gesamten Gleisnetz tätig werden“ und „nicht noch weiter immens aufrüsten“. Man denke aber an Schneeräumfahrzeuge mit Zweiwegetechnik.

Der Busverkehr wurde nicht nur wegen Schneeverwehungen ausgesetzt, sondern auch, weil die Busse „sehr viele Seitenstraßen befahren, in denen sehr viel Schnee lag“. Dennoch konnte der Busverkehr schrittweise wieder starten. Bei der Stadtbahn hingegen wurde zunächst ein Rumpfnetz befahren. Dies wurde sukzessive um weitere Streckenabschnitte erweitert, bis am fünften Tag wieder das Gesamtnetz befahren werden konnte. Hauptproblem aber war die Fahrgastinformation, insbesondere die Anlagen der Dynamischen Fahrgastinformation (DFI). Zwar habe die Üstra 2026 „vieles deutlich besser gemacht in der Kommunikation“ als 2021, doch waren viele Fahrtanzeigen irreführend bis völlig falsch. Van Zadels Fazit: „Unsere Fahrgastinformation war der Extremsituation nicht gewachsen.“ Das sei als Schwachstelle erkannt. Eine neue DFI-Generation ist in Planung. (ht.)

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