Folgeausschreibung für fünf Jahre

Als „sprinti“ eingesetzt werden in der Region Hannover nach einer Flottenumstellung derzeit 60 Verbrenner- und 60 Elektro-Sechssitzer, dazu zehn Midibusse der Üstra. Foto: Achim Uhlenhut

Für das in Teilen der Region Hannover betriebene On-Demand-Bussystem „sprinti“ steht eine Neuausschreibung an. Dem haben im August die politischen Gremien der Region Hannover zugestimmt.

sprinti“ ist nach Darstellung der Region Hannover das größte System seiner Art in Deutschland. Geboten werden Fahrten nach individuellem Bedarf und zum Nahverkehrstarif in jeweils einer von zwölf regionsangehörigen Kommunen des äußeren Bereichs (Tarifzone C) rund um Hannover. Fahrten zu anderen Kommunen sind nicht möglich, außer dort liegt der nächste S-Bahnhalt – was allerdings nicht gilt, befindet dieser sich außerhalb der Region Hannover. Im August 2026 wurde der fünfmillionste Fahrgast seit dem Projektstart 2021 gezählt. Es gibt rund 10.000 vordefinierte Haltepunkte, damit kein Kunde mehr als durchschnittlich 200 m zum nächsten laufen muss. Nach Regionsangaben ist das Bedienungsgebiet etwa zwei Mal so groß wie Berlin, es leben dort rund 360.000 Menschen. Die bis Ende 2024 zu 70 Prozent als Modellvorhaben vom Bund geförderten jährlichen Betriebskosten werden mit 24 Mio Euro angegeben, von der Region Hannover nun allein getragen. Da wenig nachgefragte Busfahrten entfielen, stehen dem Einsparungen von hochgerechnet jährlich 5,5 Mio Euro gegenüber. Die meisten Nutzer verzeichnet „sprinti“ an Wochenenden, insbesondere an Samstagen, womit das Angebot überwiegend in der Freizeit mobil macht. Am Spitzentag wurden gut 7600 Fahrgäste gezählt, die nicht selten in andere Verkehrsmittel umsteigen. Wochentags sind Schüler eine starke Nutzergruppe („sprinti spart Elterntaxi“). Gebucht wird zu 98 Prozent per App, ansonsten gibt es inzwischen auch eine 0800-Telefonnummer.

Der aktuelle Betreibervertrag mit dem Unternehmen Via Mobility läuft noch bis Mitte Dezember 2027. Die bereits in Arbeit befindliche Ausschreibung soll noch im Herbst 2026 veröffentlicht werden. So hat der nächste Betreiber nach der für März 2027 geplanten Vergabe genügend Vorbereitungszeit. Es geht bei der Ausschreibung um einen Weiterbetrieb für zunächst fünf Folgejahre mit Option auf zweieinhalb weitere. Befürchtungen aus der Politik, mit der öffentlichen Bekanntgabe der Ausschreibung könnten die geforderten Preise steigen, entgegnete Regions-Verkehrsdezernent Ulf- Birger Franz, er gehe davon aus, dass es einen Wettbewerb geben werde. Mit der Organisation per ÖDA beauftragt ist die Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG derzeit, unabhängig vom Betreibervertrag, bis 31. Juli 2035. Mittelfristig soll der Anteil an Elektro-Kleinbussen weiter gesteigert werden. Die Region wünscht zudem zwecks signifikanter Kostensenkung einen zentral gesteuerten autonomen Einsatz ohne Fahrer. Das sei der entscheidende Faktor, um sich den bislang sehr personalintensiven „sprinti“ weiter leisten zu können, erläuterte Franz: „Wir wollen die Ersten sein, die On-Demand autonom fahren lassen.“ Dies soll zunächst in einer Kommune starten. (ht)

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