Fahrgast-Favorit KNUT

KNUT mit Fahrgästen an der U-Bahn-Station Nieder-Eschbach. Foto: Traffiq Frankfurt am Main/Rainer Rüffer

Das On-Demand-Shuttle KNUT wird fünf Jahre alt. Am 4. Oktober 2021 hatte der flexibel buchbare Van im Frankfurter Norden seinen Betrieb aufgenommen. Nach einem halben Jahrzehnt ist die Bilanz laut der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (Traffiq) beeindruckend.

Die Fahrgäste schätzen den Shuttlebus sehr, und er ist zum Symbol für eine besonders enge Kooperation über die Stadtgrenze zwischen den Nachbarstädten Frankfurt und Bad Vilbel geworden. Rund 90.000 Fahrgäste haben KNUT seit dessen Start genutzt. „Diese starke Nachfrage zeigt: KNUT ist ein großer Erfolg, die Fahrgäste lieben ihn“, stellt Frankfurts Verkehrsdezernent Yannick Schwander fest. „Im Frankfurter Norden ist KNUT heute als Mobilitätsangebot nicht mehr wegzudenken und macht viele Wege und damit das Leben für die Menschen einfacher.“ Angesichts des Erfolgs zeige sich, dass es die richtige Entscheidung der Stadtpolitik gewesen sei, KNUT über die Pilotphase hinaus in den Regelbetrieb zu überführen.

In den fünf Jahren hat Traffiq das Angebot mit den Elektro-Vans, die die Fahrgäste per App oder Telefon buchen, stetig weiterentwickelt. „Anfangs umfasste das Bediengebiet 28.000 Menschen, heute können 110.000 Menschen KNUT nutzen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold, Geschäftsführer von Traffiq. „Die Zahl der virtuellen Haltestellen ist von 570 auf heute 2500 gestiegen.“ Nach anfangs drei sind derzeit vier Fahrzeuge unterwegs. Das Bediengebiet wuchs von 20,9 auf 64 Quadratkilometer. Anfangs umfasste es die Stadtteile Bonames, Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder- Eschbach. Nun beinhaltet es den gesamten Frankfurter Norden bis zum Nordwestzentrum und zum Weißen Stein. Seit Mitte Dezember 2025 gehört auch das ganze Stadtgebiet von Bad Vilbel dazu, zuvor nur der Nordbahnhof.

KNUT sei längst auch ein Symbol für „die besonders enge Kooperation“ zwischen Frankfurt und Bad Vilbel beim ÖPNV. „Den Menschen ein solches Mobilitätsangebot zur Verfügung zu stellen, ist ein echter Standortvorteil“, sagt Sebastian Wysocki, Bürgermeister von Bad Vilbel. Schwander stimmt zu: „KNUT schließt die Lücken im Verkehrsangebot über die Stadtgrenze hinweg, die wir über Jahre und Jahrzehnte hatten. Die Shuttlebusse haben die Mobilität und das Leben für viele Menschen unkomplizierter gemacht. Was hier mit Bad Vilbel gelungen ist, wollen wir auch mit anderen Nachbarorten in Angriff nehmen: Die Stadtgrenze überwinden und Frankfurt und die Region noch enger verknüpfen.“

Bei den Fahrgästen ist KNUT ein Sympathieträger. Diese bewerten ihn seit Betriebsbeginn durchgehend mit 4,9 von 5 Sternen. „Das ist ein tolles Lob und zeigt, dass die flexible Bedienform als Ergänzung und Zubringer zu U-Bahn, S-Bahn und den Linienbussen einen Nerv getroffen hat“, findet Reinhold. Eine Umfrage unter den Nutzern im Sommer 2025 hat ergeben, dass KNUT seine Kunden mobiler macht: Sie sind flexibler und schneller unterwegs. „Zwei Drittel der Kunden fahren aufgrund ihrer Erfahrungen mit KNUT seltener mit ihrem privaten Auto“, erklärt Reinhold. „Das On-Demand-Angebot hat also einen direkten, positiven Einfluss: Es schützt das Klima und verringert die Verkehrsmenge auf den Straßen.“ Ohne KNUT hätten 24 Prozent der Fahrgäste den Privatwagen oder ein Taxi genutzt. 45 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sind einmal oder mehrmals pro Woche mit KNUT unterwegs.

Für die Zukunft von KNUT hat Traffiq die Entwicklung bei den autonomen Shuttles nach eigenen Worten genau im Blick, besonders beim Projekt KIRA des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) im Norden von Darmstadt. Dieses baut auch auf Erfahrungen auf, die der RMV zusammen mit Traffiq mit autonomen Fahrzeugen gemacht hat. „Als autonomes Angebot kann KNUT eines Tages hoffentlich einen großen Entwicklungsschub hin zu einem für die Fahrgäste noch erheblich besseren und zugleich viel wirtschaftlicheren Nahverkehrsangebot bieten“, blickt Reinhold in die Zukunft. (mab)

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