Einsteigen bei der Rheinbahn

Freuen sich über den erfolgreichen Projektstart (v. l.): Najla Neffati, Projektteilnehmerin, Dr. Jürgen Holtkamp, Bereichsleiter Ausbildungsberatung, -stellenvermittlung und Projekte der IHK, Tawab Mohammadi, Projektteilnehmer, Ingo Zielonkowsky, Vorsitzender der Geschäftsführung des Jobcenters Düsseldorf, und Annette Grabbe, Vorständin Rheinbahn; Foto: Rheinbahn
Das Programm verfolgt das Ziel, Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund auf eine Tätigkeit bei der Rheinbahn vorzubereiten, etwa im Fahrdienst. Zugleich begegnet das Unternehmen damit dem steigenden Fachkräftebedarf im Verkehrssektor. Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe: „Mit ‚Steig ein – Lenk mit!‘ setzen wir ein starkes Zeichen für gelebte Integration und nachhaltige Fachkräftesicherung. Die Teilnehmenden bringen wertvolle Motivation und Lebenserfahrung mit – wir unterstützen sie dabei, bei uns beruflich anzukommen und eine langfristige Perspektive zu entwickeln.“
28 Teilnehmende starten nun in eine Qualifizierungsphase, die Sprachunterricht in der neu gegründeten internen Sprachschule der Rheinbahn mit praxisnahen Einblicken in den Fahrdienst und integrativen Angeboten in der Stadt und im Umland verbindet. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Jobcenter und IHK. Rheinbahnintern haben Antje Gutberlet, Bereichsleiterin Personal, Soziales und Organisation, und Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb, das Projekt initiiert. Sie waren sich sofort einig: Statt zum Beispiel Busschulen im Ausland zu gründen, wollen sie Menschen eine neue berufliche Heimat geben, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind. Sie sehen darin eine vielversprechende Chance, der Herausforderung des Fach- und Arbeitskräftemangels bei der Rheinbahn zu begegnen. Für die Rheinbahn ist das Programm mehr als ein Qualifizierungsangebot. „‚Steig ein – Lenk mit!‘ ist ein klares Bekenntnis – zu Vielfalt, zu Chancen und zu unserer Verantwortung für die Mobilität der Stadt“, betont Gutberlet. „Wer heute hilft, Menschen zu integrieren, hat morgen ausreichend Kolleginnen und Kollegen an der Seite, um einen sehr verantwortungsvollen Job zu machen“, ist sich auch Daniele Bellusci, Betriebsratsvorsitzender der Rheinbahn, sicher.
Die Kooperation und Selbstverpflichtung der drei Partner soll die Qualität und Nachhaltigkeit des Programms sichern. Ein wesentlicher Baustein ist dabei die intensive Vorbereitung der Teilnehmenden durch das Jobcenter. Ergänzend dazu unterstützt eine Lehrkraft der Rheinbahn den berufsbezogenen Spracherwerb, sodass die Bewerberinnen und Bewerber „optimal“ auf den Einstieg in die Ausbildung vorbereitet sind. Dank des „stabilen Gehaltsgefüges“ bei der Rheinbahn seien die Teilnehmenden nicht mehr auf das Bürgergeld angewiesen und schafften damit den nachhaltigen Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Erfolge würden zusätzlich die Wirksamkeit von gezielten Förderungen unterstreichen. Die IHK berät bei der Besetzung der offenen Stellen im Fahrdienst, organisiert gemeinsame Veranstaltungen und baut durch sprachliche Unterstützung eine Brücke zwischen Bewerbenden und Rheinbahn.
Das Projekt startet mit einem Aktionstag, an dem Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Jobcenter im Vorfeld beraten und vorgeschlagen hat, sich bewerben und einen ersten Eindruck von der Rheinbahn gewinnen können. Bei den ersten drei Aktionstagen bemühten sich knapp 130 Menschen um die jeweils 15 freien Plätze. Nach dem Aktionstag kommen die Teilnehmenden für zwei Praxistage zur Rheinbahn, an denen sie den Fahrdienstalltag erleben. Mit Eintritt in die Rheinbahn stehen einen Monat lang der Spracherwerb und die Integration im Mittelpunkt. Dabei entstehe die Integration durch die unternehmenseigene Sprachschule und die Unterstützung durch Sprachlehrer, Mentorinnen und Mentoren. Im zweiten Monat werden Sprachunterricht und Integrationsprogramm zweimal wöchentlich fortgeführt und durch Praxiseinsätze ergänzt. In den folgenden Wochen und Monaten können die Teilnehmenden das Gelernte in verschiedenen Fachabteilungen anwenden und vertiefen, bevor es dann in die Fahrschule oder in andere Fachbereiche geht. (mab)