Daimler Buses setzt auf Service
Konkret plane die Daimler-Einheit mit der Investitionssumme, eigene Service-Standorte in Europa hinzu zu bauen wie auch zu modernisieren. Über welchen Zeitraum und in welcher Taktung genau investiert wird, ließ Daimler Buses-CEO Till Oberwörder auf NaNa-Nachfrage im Rahmen eines jüngsten Pressegesprächs offen. Der Ausbaupfad werde Ergebnis eines Entwicklungsprozesses sein, je nach den Kundenbedürfnissen. „Für die nächsten Jahre kann das bedeuten, dass wir beispielsweise dieses Jahr zwei oder drei weitere Standorte oder Modernisierungen umsetzen und diesen Weg dann über die nächsten Jahre fortsetzen.“ Ob die Investitionen etwa 2030 oder 2031 abgeschlossen werden könnten, sei nicht entscheidend. „Wichtig ist, dass wir diese Investitionsmittel bereitgestellt haben.“ Das schaffe ein hohes Maß an Flexibilität, unterstrich Oberwörder.
Bislang verfügt Daimler Buses über rund 630 Standorte in Europa, davon 36 eigene Service-Center. Neben dem Ausbau der Daimler-Betriebe investierten auch die externen Service-Partner in ihre Standorte, berichtete Bernd Mack, Head of Customer Services & Parts and Used Vehicles bei Daimler Buses, ohne Details zu nennen.
Ein neues Feature betrifft die Versorgung der E-Flotten. Ab sofort gebe es eine eigene Hotline und ein gesondertes Team für den Ladesäulen-Service, betonte Oberwörder. Dies gelte zunächst für Deutschland, werde aber in den nächsten Jahren auf „zahlreiche europäische Länder“ ausgeweitet. Die Hotline ist in acht Sprachen verfügbar. Ziel sei, rund 85 Prozent der Service-Fälle per Fernzugriff zu erledigen. Aber auch ein Elektrofachkräfte- Team für Vor-Ort-Einsätze, das die Hotline flankiere, werde bundesweit eingesetzt. Der Service ergänzt ein Charging-as-a-Service, das auch den Aufbau und Betrieb von Ladepunkten in Busdepots umfasst.
Oberwörder gab zudem ein „Update“ zu den bereits verkündeten Geschäftszahlen 2025. „Daimler Buses hat wirklich exzellente Ergebnisse erzielt“, bekräftigte der CEO. Weltweit seien 27.000 Einheiten – plus zwei Prozent – abgesetzt worden. Die Entwicklung in Europa sei „besonders ermutigend“, mit einem Anstieg von 9000 verkauften Einheiten, plus 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Daimler reagiere auf eine „andauernde hohe Nachfrage nach Stadtbussen und Reisebussen in Europa“ mit einem gesteigerten Produktionsvolumen. Ziel für 2026 sei, auf den guten Vorjahresergebnissen aufzubauen, betonte Oberwörder. Konkret äußerte er sich aber zu den Q1-Zahlen 2026, die am 6. Mai 2026 präsentiert werden sollen, noch nicht. Der CEO kündigte als „Sonderereignis” an, Daimler werde „in Kürze“ seinen ersten batterieelektrischen Reisebus „eCoach“ auf Testfahrt schicken. Das Fahrzeug basiert auf dem konventionellen Setra-Modell 516 HD. (dhe)