Aufgabenträger fordern Trassenrabatt
Die mit der aufgehobenen SPNV-Trassenpreisbremse einhergehenden Nachzahlungen für Nah- und Regionalverkehre für die Jahre 2025 und 2026 in Höhe von 800 Mio Euro können die Aufgabenträger, Länder und Eisenbahnverkehrsunternehmen laut BSN nicht leisten. Hinzu kämen erwartete Preissteigerungen im Jahr 2027 von durchschnittlich 7,8 Prozent im SPNV.
Die SPNV-Aufgabenträger rechnen deshalb mit Kürzungen im Verkehrsangebot. Während mit dem Deutschlandticket die Nachfrage ungebrochen ist, würden wichtige Fahrten für Pendelnde fehlen, die Überfüllung und Unzuverlässigkeit der Züge werde weiter zunehmen. Gerade in Zeiten steigender Kraftstoffpreise sei es notwendig, den Schienenverkehr zu stärken und nachhaltige Mobilitätsformen konsequent zu fördern. „Die Nutzung des ÖPNV hilft in hohem Maße, den Verbrauch von fossilen Energieträgern zu sparen. Eine gesamthafte verkehrspolitische Betrachtung muss daher in Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung unbedingt den unter Druck geratenen SPNV einbeziehen“, betont Peter Panitz, Präsident des BSN.
Ein Ausweg könne kurzfristig nur sein, das im SPNV entstandene Finanzloch durch einen Trassenrabatt zu füllen, der die Kostenerhöhungen der Jahre 2025 und 2026 deckt. Zwei Jahre Nachzahlungen im SPNV entsprechend einem Monat Tankrabatt für Automobilität – vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr, heißt es vom BSN. In einem weiteren Schritt müsse im Rahmen der Überarbeitung des Trassenpreissystems eine marktkonforme Deckelung der Preise entwickelt werden, die eine Sicherung der Daseinsvorsorge im öffentlichen Nahverkehr ermöglicht. (mab)