VDV: E-Busse stärker fördern

Dem BMDV liegen derzeit 2500 Förderanträge für Elektrobusse vor. Das Foto zeigt ein E-Gelenkfahrzeug in Berlin; Foto: Bodo Schulz

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) drängt auf ein deutlich stärkeres Engagement des Bundes bei der E-Bus-Förderung.

VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Die Zeit des Zögerns – das ist jetzt klargeworden – muss vorbei sein. Der vom Bundesverkehrsministerium berufene Expertenrat Klimaschutz in der Mobilität (EKM) stellt fest, dass der Verkehrssektor die Ziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes bis 2030 nicht erreichen wird, da die bislang beschlossenen Instrumente unzureichend seien.“ Zudem nehme man zur Kenntnis, dass die EU-Kommission ab 2030 nur noch lokal emissionsfreie Stadtbusse zulassen möchte. Die Hersteller prüften, ob sie das Ende der Produktion von Diesel-Stadtbussen vorziehen, denn die Clean Vehicles Directive gelte – und die Verkehrsunternehmen bauten, wo es geht, Betriebshöfe um und aus, qualifizierten das Personal. „Doch die Förderkulisse des Bundes wird den eigenen Zielen nicht gerecht: Gegenwärtig liegen dem BMDV 2500 Förderanträge für E-Busse vor, der Haushaltstitel ist deutlich überzeichnet. Unterdessen schlägt der Bund im Klimaschutzprogramm bis 2030 vor, insgesamt 8000 E-Busse deutschlandweit zu beschaffen. Die Branche steht dafür bereit!“, betont Wortmann.

Europäische Union und Bundesrepublik Deutschland haben sich das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 beziehungsweise 2050 gesetzt. Bereits für 2030 müssen laut Verband ehrgeizige Zwischenziele im Verkehrssektor erreicht werden. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 habe sich dabei bislang wenig getan. Der EKM sehe in der Antriebswende ein großes Potenzial, den Treibhausgasausstoß im Verkehrssektor kurz- und mittelfristig zu verringern. Der VDVPräsident: „Wir müssen die verbleibenden Jahre bis 2030 zum Jahrzehnt des E-Busses machen, denn erst zeitversetzt greifen die Infrastruktur-Vorhaben bei der Eisenbahn und den Stadtbahnen. Bereits jetzt sehen wir rund 1900 batterieelektrische Busse auf deutschen Straßen, rund 70 mit Brennstoffzelle und wenige Plug-In- Hybride, hinzu kommen die klassischen Oberleitungsbusse.“ Seit 2021 dürfen gemäß Clean Vehicles Directive nur 55 Prozent der Neubeschaffungen Dieselbusse sein.

Der Rest muss gemäß Richtlinie „sauber“ sein, also auf alternativen Energie- und Antriebskonzepten basieren und zur Hälfte vollständig emissionsfrei sein. Ab 2026 erhöht sich diese Quote auf 65 Prozent. Laut Verband können weder Verkehrsunternehmen noch Kommunen – bereits derzeit durch gestiegene Energie-, Material-, und Personalkosten „stark belastet” – die hohen Umrüstungsinvestitionen bei der Infrastruktur oder bei der Neubeschaffung der E‑Busse aus eigener Kraft schultern. In diesem Zusammenhang wird auch nochmals betont, dass Elektrobusse in der Regel doppelt so teuer sind wie Dieselbusse.

Der VDV weist darauf hin, dass es bei der Umstellung auf klimaneutrale Antriebe nicht mit der Fahrzeugbeschaffung getan sei: „Das Verkehrsunternehmen vor Ort und die Aufgabenträger müssen zunächst, in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen vor Ort, die grundlegende Systementscheidung – etwa Wasserstoff oder Batterieelektrik – treffen. Ist die Planung ausgereift und steht auch die Finanzierung, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Hochvolttechnik weiterqualifiziert und Betriebshöfe um- und ausgebaut. Erst dann starten die eigentliche Busbeschaffung und der Probebetrieb, bevor es in den Realbetrieb geht. Angesichts dieser unabdingbaren Meilensteine brauchen wir heute vom Bund die Planungssicherheit, dass jedes Verkehrsunternehmen, ob groß oder klein, diesen Weg zügig beginnen kann.“ (mab)

Teilen
Drucken
Nach oben