Paket für „zuverlässigere Bahn“

Die beschlossenen Maßnahmen sollen zeitnah zu Verbesserungen auf der Schiene führen. Foto: Jürgen Heinrich

Auf Grundlage der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ wurde die Taskforce zuverlässige Bahn damit beauftragt, Maßnahmen für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene zu erarbeiten. Ihr Fokus liegt auf konkreten und möglichst unmittelbar – das heißt bereits in den Jahren 2026 und 2027 – umsetzbaren Maßnahmen.

An der Arbeit der Taskforce seit November 2025 beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern, Eisenbahn-Bundesamt, Bundesnetzagentur, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträgern, Verbänden, Gewerkschaften und der DB InfraGO AG. Am 20. März 2026 hat die Taskforce einen Bericht mit 22 Maßnahmenempfehlungen beschlossen. Damit endete ihre Arbeit und zugleich wurde der Startpunkt für die Umsetzung der Maßnahmen markiert.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem „Flex-Abfahrten“ für zuverlässigere Abfahrtszeiten. Fahrgastwechsel und Zugabfertigung können derzeit häufig nicht rechtzeitig zur geplanten Abfahrtszeit abgeschlossen werden. Dadurch verzögert sich die Abfahrt und es können schnell Folgeverspätungen entstehen. Künftig soll ein früherer Beginn der Zugabfertigung dieses Problem entschärfen. Dazu wird die im Fahrplan ausgewiesene Abfahrtszeit gegenüber der betrieblich vorgesehenen Abfahrtszeit leicht vorgezogen. Die „Flex-Abfahrten“ ermöglichen den Abbau bestehender Verspätungen und reduzieren das Risiko neuer Folgeverspätungen. Darüber hinaus soll es KI-Unterstützung in der Zugdisposition geben. Derzeit erfolgt die Disposition von Zügen ausschließlich durch das Personal in Stellwerken und Betriebszentralen. Die Vielzahl kurzfristiger Fahrplanänderungen führt dabei zu hohem Entscheidungsaufwand, und nicht immer können die betrieblich optimalen Lösungen gefunden werden. Künftig soll eine KI-basierte Dispositionsassistenz frühzeitig Konflikte und Engpässe in der Zugdisposition erkennen und geeignete Handlungsvorschläge unterbreiten. Dabei werden auch Vorschläge der Zugbetreiber berücksichtigt, um die Entscheidungsqualität weiter zu erhöhen.

„Die 22 Maßnahmen sind in Summe nachvollziehbar und können helfen, wenn Bund, Infrastrukturbetreiber, Eisenbahnunternehmen, Aufgabenträger und Länder jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen und konsequent in die Umsetzung gehen. Dass dieser Wille besteht, hat die Taskforce eindrücklich gezeigt“, kommentierte Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die geplanten Schritte für eine zuverlässigere Bahn. Klar sei aber auch: Verkehrliche Maßnahmen, insbesondere wenn sie kapazitätsmindernd wirken, dürften nur als vorübergehende Ultima Ratio und nur unter Einbeziehung aller beteiligten Akteure in Betracht kommen. Die Taskforce müsse dauerhaft und nachhaltig Wirkung entfalten. Kurzfristige Maßnahmen dürften nicht über die langfristigen Bedarfe hinwegtäuschen. Wortmann: „Wir brauchen eine klare und verlässliche Finanzierung sowie verbindliche und strukturelle Zusagen des Bundes für Infrastruktur- und Kapazitätsausbau an Knoten und überlasteten Schienenwegen.“

Jan Görnemann, Taskforce-Mitglied und Geschäftsführer des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN), stellte fest: „Die Taskforce hat gezeigt, dass das BMV unter Patrick Schnieder den dringenden Handlungsbedarf erkannt hat.“ Nun gehe es an die Umsetzung. „Wir erwarten von der DB InfraGO zeitnah fundierte Konzepte für die erarbeiteten Maßnahmenpakete sowie regelmäßige Erfolgsmessungen. Zudem braucht die Branche mit einem Infraplan und überjährigen Finanzierungskonzepten die Sicherheit, dass konsequent und kontinuierlich in die Bahninfrastruktur investiert wird.“ (mab)

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