Forderung nach Infraplan

Aus Sicht des Interessenverbands bremst der „verschleppte“ Aus- und Neubau der Infrastruktur das Wachstum der Schiene; Foto: Jürgen Heinrich

Trotz jahrelangem Sparkurs, veralteter Infrastruktur und anhaltendem Investitionsstau: Die Nachfrage nach Schienenverkehr ist in den vergangenen 20 Jahren unter schwierigsten Bedingungen deutlich stärker gewachsen als bei allen anderen Verkehrsträgern.“

Diese Feststellung trifft die Allianz pro Schiene. Sowohl der Personenverkehr als auch der Schienengüterverkehr auf der Schiene haben zwischen 2005 und 2024 um mehr als 40 Prozent zugelegt – und damit jeweils deutlich stärker als die Verkehrsnachfrage insgesamt. Das gehe aus der Publikation „Verkehr in Zahlen“ des Bundesverkehrsministeriums hervor. Die Allianz fordert die Bundesregierung vor diesem Hintergrund auf, den Kapazitätsausbau im Schienennetz nicht länger hinauszuzögern, um das weitere Wachstum nicht unnötig auszubremsen. CDie aktuellen Zahlen des Bundesverkehrsministeriums zeigen ganz klar: Die Menschen wollen Zug fahren und die Unternehmen wollen ihre Waren auch mit dem Zug transportieren.“ Mit Blick auf die vielen Baustellen und die derzeit „deprimierende Pünktlichkeitsquote“ sagt Allianz-Geschäftsführer Dirk Flege: „Dass der Schienenverkehr trotz widriger Bedingungen so stark gewachsen ist, macht deutlich, wie viel mehr Wachstum unter besseren Bedingungen noch möglich wäre. Der verschleppte Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur wird zunehmend zur Wachstumsbremse. Die Bundespolitik ist hier gefordert, die Erweiterung des Schienennetzes voranzutreiben.“

Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität stehe ein Instrument für dringend erforderliche zusätzliche Investitionen in die Schieneninfrastruktur zur Verfügung. Dazu brauche es rasch einen Infraplan mit verlässlicher, mehrjähriger Finanzierung. Flege: „Das Potenzial des Schienenverkehrs für Bürger, Wirtschaft und Klima ist gewaltig, trotzdem hören wir immer wieder von der Bundesregierung, dass das Geld für den Aus- und Neubau der Schiene nicht ausreicht. Dabei bekämen wir damit endlich auch mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ins System.“ Die Nachfrage sei da, nun sei die Bundespolitik gefordert, ihre Prioritäten gleichermaßen am Klimaschutz sowie an den Bedürfnissen der Wählerinnen und Wähler auszurichten. (mab)

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