Elektrifizierung: NRW macht Tempo

Die Elektrifizierung der Eifelstrecke soll bis zum Jahr 2028 abgeschlossen sein. Foto: DB AG/Stefan Wildhirt

Nordrhein-Westfalen treibt die Elektrifizierung seines SPNV nach eigenen Worten „mit mehr Tempo“ voran, um den Bahnverkehr unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen und CO2 einzusparen.

Bei einem Termin am 8. April 2026 in Mettmann informierte sich Verkehrsminister Oliver Krischer über den Stand der Elektrifizierung der Regiobahn auf der Strecke S 28 zwischen Wuppertal und Kaarst. Das Projekt zur Umstellung von Diesel- auf Elektrobetrieb soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein und ist eins von mehreren großen Vorhaben, die in den kommenden Jahren einen deutlichen Ausbau-Fortschritt erzielen sollen. „Mit der Elektrifizierung zahlreicher neuer Strecken stellen wir unseren Verkehr auf der Schiene modern auf und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, betonte Krischer.

Zurzeit sind in NRW 63 Prozent des SPNV-Netzes elektrifiziert – etwas mehr als der Bundesdurchschnitt. 73,5 Prozent der Zugkilometer im SPNV-Landesnetz werden darauf elektrisch zurückgelegt, der Rest mit Dieselantrieb. Ziel ist es, den Anteil der elektrisch gefahrenen Kilometer deutlich zu erhöhen. Dazu setzt das Land auf die Ausstattung mit Oberleitungen und innovativen Batterie-Triebzügen (BEMU).

Bis 2032 sollen mehr als 250 km neu elektrifiziert werden. Damit will das Land eine Steigerung auf bis zu 72 Prozent des eigenen Schienennetzes erreichen. Unter anderem sollen bis 2028 die Eifelstrecke, die Voreifelbahn und die Erfttalbahn elektrifiziert werden. Die Eifelstrecke umfasst die Verbindungen von Hürth-Kalscheuren über Nettersheim bis Trier-Ehrang (164 km, davon 65 km in NRW), die „Voreifelbahn” von Bonn nach Euskirchen (33 km) und die „Erfttalbahn” von Euskirchen nach Bad Münstereifel (14 km). Bis 2029 ist die teilweise Elektrifizierung von Langeland–Höxter-Ottbergen vorgesehen.

Für die 2030er-Jahre sind unter anderem die Münster–Gronau–Enschede-Strecke, die Euregiobahn, die Strecke Horrem–Bedburg sowie die teilweise Elektrifizierung von Gronau–Coesfeld geplant. Langfristig ab 2035 stehen die Bördebahn und die Obere Ruhrtalbahn in der Zielnetzkonzeption.

Zurzeit werden bei der Regiobahn der Westast zwischen Neuss Hauptbahnhof und Kaarster See sowie der Ostast zwischen Düsseldorf-Gerresheim und Wuppertal-Vohwinkel elektrifiziert. Die Maßnahme ist Teil der Verlängerung der S 28 von Mettmann-Stadtwald nach Wuppertal Hauptbahnhof und umfasst neben der Elektrifizierung auch die Anpassung der Bahnsteighöhen und die Einbindung in die S 9.

Allein durch die Elektrifizierung der rund 50 km langen S 28-Strecke können laut Verkehrsministerium jährlich etwa 6000 Tonnen CO2 eingespart werden. Grundlage sind eine jährliche Zugleistung von rund 1,7 Mio Zug-km sowie eine Einsparung von etwa 3,5 kg CO2 pro Zug-km im Vergleich zum Dieselbetrieb. Perspektivisch soll dieser Effekt weiter steigen, wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix wächst. Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt zu 60 Prozent durch den Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), zu 30 Prozent durch das Land NRW und zu zehn Prozent aus Eigenmitteln der Regiobahn. Die Gesamtkosten für die Verlängerung nach Wuppertal und die Elektrifizierung der Infrastruktur der Regiobahn betragen rund 170 Mio Euro. (mab)

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