Auftakt für Respektkampagne

Vorstellung der Kampagne im Berliner Hauptbahnhof (v. l.): eine Mitarbeiterin von DB Regio, Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister, Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende, Heike Moll, Vorsitzende Konzernbetriebsrat DB AG, Ingo Wortmann, VDV-Präsident, und ein Mitarbeiter von DB Sicherheit. Foto: DB AG/Florian Gaertner/Phototek
Rund drei Monate ist der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar her. Nun setzen die Deutsche Bahn, das Bundesverkehrsministerium (BMV) und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit der Respektkampagne #mehrachtung ein Zeichen: Für mehr Rücksicht, mehr Anstand und mehr Respekt gegenüber dem Bahnpersonal.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU): „Der immer weiter zunehmenden Zahl von Beleidigungen und Angriffen setzen wir ein klares Signal entgegen: Die Würde des Menschen ist unantastbar – auch bei der Ticketkontrolle. Auch wenn der Zug Verspätung hat.“ VDV-Präsident Ingo Wortmann fügt hinzu: „Diese Kampagne zeigt, dass die Branche nach dem tragischen Vorfall in Rheinland-Pfalz nicht einfach zur Tagesordnung übergeht. Wir sorgen dafür, dass Sicherheit im öffentlichen Verkehr präsent und in den Köpfen bleibt. Die Branche tut viel, um die Situation für Beschäftigte und Fahrgäste zu verbessern.“ Die wachsende Zahl an Übergriffen zeige aber, dass dies nicht genug sei. Wortmann sprach von einem „gesamtgesellschaftlichen Problem“. Man werde gemeinsam mehr gegen die Übergriffe unternehmen. Die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla macht deutlich: „Unsere Kolleginnen und Kollegen bringen täglich Millionen Menschen sicher ans Ziel – sie verdienen dafür Schutz und uneingeschränkte Achtung.“
Die Kampagne ist Teil des auf dem Sicherheitsgipfel beschlossenen „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“. DB, Bund, Länder, Gewerkschaften und Verkehrsbranche haben dort kurz- und mittelfristige Maßnahmen festgelegt. Die erste Bilanz fällt nach zwei Monaten positiv aus: Insgesamt sind bereits rund 2000 Bodycams konzernweit im Einsatz. Noch 2026 sollen alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt, die das wollen, Bodycams bekommen. DB Regio hat rund 1700 Mitarbeitende mit Kundenkontakt mit einer Bodycam ausgestattet. Bei DB Sicherheit sind es rund 170. Bei den Personenbahnhöfen erhalten rund 800 Mitarbeitende eine Bodycam ab dem zweiten Halbjahr 2026. Darüber hinaus plant der Konzern, im dritten Quartal dieses Jahres Audioaufzeichnungen zu testen.
DB Regio hat derweil ein Pilotprojekt zur Doppelbesetzung im Nahverkehr gestartet. In Zusammenarbeit mit den Aufgabenträgern wird geprüft, auf welchen Linien oder zu welchen Zeiten eine Doppelbegleitung sinnvoll ist. Je nach Gefahrenlage können unterschiedliche Teamkonstellationen, etwa mit Sicherheitspersonal, im Einsatz sein. Zudem hat die DB in den vergangenen zwölf Monaten die Anzahl ihrer Sicherheitskräfte von 4500 auf 5000 erhöht. Die bestehenden Deeskalations- und Verhaltenstrainings werden durch ein neues E-Learning-Programm erweitert, das allen DB-Mitarbeitenden zur Verfügung steht. Außerdem hat der Konzern mit Bundespolizei und operativen Kräften bereits vier regionale Sicherheitswerkstätten durchgeführt, bei denen unter anderem die örtlichen Sicherheitskonzepte verbessert wurden. (mab)