Hamburg: Homeoffice schrumpft die Verkehrsmenge

Mehr E-Bikes und der Ausbau der Rad-Infrastruktur, unter anderem mit Radparkhäusern wie an der U-Bahnstation Kellinghusenstraße, begünstigen die Zunahme des Radverkehrs; Foto: Frank Muth

Eine repräsentative Befragung zum Mobilitätsverhalten in Hamburg zeigt, dass deutlich weniger Wege zurückgelegt werden. Der Modal-Split-Anteil des Umweltverbunds steigt von 64 auf 68 Prozent.

Zentrales Ergebnis der Befragung ist der Rückgang der Mobilität in Hamburg insgesamt: Die Gesamtzahl der absolvierten Wege pro Tag reduzierte sich von 5,8 Mio im Jahr 2017 auf 5,3 Mio im Jahr 2022. Ursache ist der Trend zum Homeoffice: Arbeiteten vor der Corona-Pandemie nur 15 Prozent der Beschäftigten einen oder mehrere Tage im Homeoffice, waren es 2022 bereits 40 Prozent. Dadurch wurden im vergangenen Jahr rund 9 Mio Personen-km weniger mit dem Pkw zurückgelegt als 2017, was einer Reduktion von fast 30 Prozent entspricht.

Im Jahr 2022 wurden laut der Studie 68 Prozent aller Wege der Hamburger Bevölkerung mit dem Umweltverbund, bestehend aus ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr, absolviert. Dies entspricht einem Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber den Zahlen von 2017. Der Modal-Split-Anteil des Radverkehrs wuchs im gleichen Zeitraum von 15 auf 22 Prozent, der des ÖPNV von 22 auf 24 Prozent. Der Anteil des Autoverkehrs ging dagegen von 29 auf 22 Prozent zurück. Der von SPD und Grünen geführte Senat sieht sich in seinen Maßnahmen bestätigt. Gerade durch den höheren Anteil an E-Bikes sei es möglich geworden, auch längere Wege mit dem Rad zurückzulegen. Der Senat will beim Modal Split bis 2030 für Wege im Umweltverbund einen Anteil von 80 Prozent erreichen. Dafür sollen die Radwege und der ÖPNV ausgebaut werden.

Insgesamt 8350 Hamburgerinnen und Hamburger wurden für die Studie zu ihrem tatsächlichen Mobilitätsverhalten befragt. Basis dafür war eine Zufallsstichprobe aus dem Melderegister. Um die Daten vergleichbar zu halten, bediente sich die repräsentative Mobilitätserhebung in Hamburg („MobiHam 2022“) derselben Methodik wie die vom Bundesverkehrsministerium beauftragte Verkehrsverhaltensbefragung „Mobilität in Deutschland“, die mit den zuletzt 2017 erhobenen Daten den bisherigen Referenzwert bildete. (FM)

Teilen
Drucken
Nach oben