Gronau: G-Mobil im Regelbetrieb

Betreiberin des G-Mobils ist die RVM; Foto: Stadt Gronau

Das vor zwei Jahren als Ersatz für den vorherigen Stadtbusverkehr im westfälischen Gronau entwickelte bedarfsgesteuerte Nahverkehrsprojekt G-Mobil hat sich so gut entwickelt, dass es nun in den dauerhaften Regelbetrieb überführt wurde.

Ein moderner, flexibler Stadtverkehr innerhalb Gronaus war seinerzeit die Aufgabe, als deutlich wurde, dass der Stadtbusverkehr nicht mehr das richtige Angebot für die Fahrgäste in der Grenzstadt zu den Niederlanden war. Projektstart des dann entstandenen G-Mobils war im Juni 2021 – und als besonderer Anreiz für die Kundschaft war das Angebot im ersten Monat kostenlos. Vom Start bis Anfang Januar 2022 lief ein Pilotbetrieb, in dem zunächst drei Shuttle unterwegs waren. Am 10. Januar 2022 erfolgte die Umstellung auf den Regelbetrieb, wodurch das Angebot erweitert wurde. Die Haltestellen des Stadtbusses wurden übernommen und während des Betriebs durch weitere Zustiegspunkte ergänzt. Mittlerweile gibt es mehr als 130 Haltestellen in der Stadt und Fahrgäste können das G-Mobil per Telefon, App oder Internet je nach Bedarf buchen. Es gibt keinen starren Fahrplan oder feste Linien, gebucht werden kann jede Verbindung innerhalb des Bediengebiets.

Gestartet ist das G-Mobil mit rund 90 Fahrgästen pro Woche, seit August 2022 sind es durchschnittlich 1650 Fahrgäste wöchentlich. Insbesondere zwischen 11 Uhr und 15 Uhr erreicht das Angebot mittlerweile die Kapazitätsgrenze: Alle fünf Fahrzeuge, London-Taxis mit sechs Plätzen und Mercedes-E-Vito mit acht Plätzen, sind dann häufig derart stark ausgelastet, dass spontane Buchungen nicht mehr möglich sind. Deshalb soll eine Erweiterung, ob durch die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge oder durch die Einrichtung einer zusätzlichen Linie, die ergänzend zum G-Mobil fährt, geprüft werden. Gebucht werden können die G-Mobile werktags zwischen 5 Uhr und 22 beziehungsweise 24 Uhr, an den Wochenenden zwischen 7 Uhr und 22 beziehungsweise 24 Uhr. „Ganz klar, die Nachfrage ist da“, bestätigt Gronaus Bürgermeister Rainer Doetkotte (CDU) den Trend zum bedarfsgesteuerten Verkehr, der mittlerweile die Fahrgastzahlen des früheren Stadtbusses übertrifft. Durch die Nutzung von vornehmlich E-Fahrzeugen beziehungsweise Hybridfahrzeugen konnte zudem der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Stadtbus reduziert werden.

Das Projekt wird von der Stadtverwaltung Gronau organisiert. Bei der Planung und Umsetzung wird die Stadt unterstützt durch den Kreis Borken, die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM), die das G-Mobil betreibt, und das Planungsbüro plan:mobil. Gefördert wird das GMobil im Rahmen von „Mobil.NRW Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“. Da diese Förderung Ende 2023 ausläuft, hat der Rat der Stadt Gronau nun beschlossen, dass das G-Mobil nach Auslaufen der Förderung weiter betrieben werden soll. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, freut sich Michael Klüppels, Leiter Verkehrsmanagement der RVM, über den Beschluss, den Gronauer On-Demand-Verkehr ab dem 1. Januar 2024 in den Regelbetrieb zu übernehmen. Schließlich gibt es zwar mittlerweile deutschlandweit viele Projekte, um vor allem im ländlichen Raum On-Demand- Verkehr zu etablieren, aber bislang haben es nur vereinzelt Projekte geschafft, den Förderzeitraum zu überstehen. (ms)

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