Für mehr Respekt im Nahverkehr

Bei 20 Bussen von Üstra und Regiobus sind die Hecks mit Motiven der Respekt-Kampagne gestaltet. Foto: Achim Uhlenhut

Die Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und die Regiobus Hannover GmbH haben bereits Anfang März eine gemeinsame „Respekt-Kampagne“ gestartet. Im Mai wurde dazu dem Verkehrsausschuss beim Aufgabenträger Region Hannover berichtet, eine öffentliche Vorstellung hatte es zuvor nicht gegeben.

Die Verkehrsunternehmen wollen mit der Botschaft „Respekt beginnt bei dir“ und mehreren Werbemotiven nach eigenen Angaben „ein klares Zeichen für ein freundliches, rücksichtsvolles und tolerantes Miteinander“ setzen. Insofern wende sich die Kampagne „an unsere Fahrgäste und alle Menschen in und um Hannover“. Alle seien mitverantwortlich für ein rücksichtsvolles Miteinander im Nahverkehr, einen freundlicheren Alltag und eine offene Gesellschaft. Vorgänger war 2024 eine Kampagne „Bunt fährt besser“ als Zeichen für Demokratie und Vielfalt.

Die Protagonisten für die aktuelle Respekt-Kampagne fanden sich in der Belegschaft, sechs Werbemotive wurden gestaltet und finden sich in unterschiedlichen Formen im Stadtbild, so auf drei Stadtbahnwagen und den Hecks von jeweils zehn Bussen. Plakate, Poster, eine Fassade, Litfaßsäulen, das Fahrgastfernsehen und auch Deckeninnenflächen in Fahrgasträumen kommen hinzu. Dort etwa wirkt die Botschaft „Danke, dass Du Kopfhörer benutzt“ vorsichtig mahnend, anderswo „Danke, dass du mir ein Lächeln schenkst“ – was etwa im Bus durchaus in beide Richtungen verstanden sein will, sich aber auch als Botschaft an andere Verkehrsteilnehmer richtet. Hinsichtlich der Problematik „Catcalling“ wird gefordert, „dumme Sprüche“ zu unterlassen.

Begleitend und getreu dem Obermotto „Respekt beginnt bei dir“ wurde an einem Tag eine nicht angekündigte und nicht medial begleitete, irritierende Aktion mit Kreidesprüchen in U-Stationen durchgeführt. Kommunikativ wurde erklärtermaßen auf Präsenz im Stadtbild und auf digitale Kanäle gesetzt. Daneben bestand eine Kooperation mit einem lokalen Radiosender, dem Marathon-Veranstalter und mit Hannover 96, wo die Botschaften mehrsprachig über großformatige Stadionbildschirme liefen. Weitere Aktionen, das Maschseefest in Hannover, die Fußball-WM und weitere Veranstaltungen begleitend sind noch geplant. Ergänzend lief, wie ähnlich bei mehreren Mitgliedsunternehmen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), punktuell eine Aktion „Ohne Vielfalt steht Hannover still“. Die geplanten Gesamtkosten wurden mit 150.000 Euro angegeben. (ht)

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