„Bürsti“ wischt testweise durch

Die Üstra-Vorstandsvorsitzende Elke-Maria van Zadel und Protec-Geschäftsführer Mathias Lindscheid stellten den Reinigungsroboter für Hannovers U-Stationen vor. Foto: Achim Uhlenhut

In Hannovers zentraler U-Station Kröpcke wird zunächst ein Jahr lang ein autonomer Reinigungsroboter zum Einsatz kommen.

Die Protec Service GmbH, gemeinsame Tochter der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und der Regiobus Hannover GmbH für Sicherheit und Sauberkeit, hat „Bürsti“ – so der Spitzname – beschafft. Vorausgegangen waren eine Markterkundung, Messebesuche und Präsentationen infrage kommender Geräte. Die Wahl fiel auf den „Tennant X4 ROVR“, der einer manuell zu bedienenden Scheuersaugmaschine stark ähnelt, aber nach Anlernphasen durch die ihm bekannten Bereiche völlig autonom navigiert. Die etwa 50.000 Euro teure Maschine wiegt betriebsbereit rund 220 kg und verfügt über jeweils 38 l fassende Tanks für Frisch- und Schmutzwasser. Akkuelektrisch können mit einer Ladung binnen zweieinhalb Stunden knapp 2000 Quadratmeter Boden bearbeitet werden, was in etwa zwei Bahnsteigoberflächen entspricht. Über einen QR-Code an der Wand erfasst die mit einem zyklopischen Kameraauge an der Front ausgestattete Maschine am Startpunkt, wo sie sich befindet und was in diesem Bereich zu tun ist. Passanten und etwaigen Hindernissen weicht sie nach kurzem Abwarten selbsttätig aus und fährt ausgelassene Teilflächen dank „autonomer Umleitungsfunktion“ später erneut an. Etwaige Störungen werden dem Personal aufs Handy übermittelt. Für die Anlernphase sind die Stationsbereiche vorab manuell abzufahren, wobei auch auf den nötigen Sicherheitsabstand zu Treppen und Bahnsteigkanten geachtet wird. Diesen hält der Roboter fortan genau ein.

Die zentrale Umsteigestation Kröpcke in Hannover besteht baulich aus drei Stationsteilen mit jeweils zwei Seitenbahnsteigen plus Verteilerebenen, insgesamt rund 9000 Quadratmetern zu reinigendem Boden. Zwischen den Ebenen wird „Bürsti“ – begleitet – die Aufzüge nutzen. Zeitweise soll er auch in der benachbarten U-Station Aegidientorplatz mit vier Bahnsteigkanten zum Einsatz kommen. Eine Ausweitung der Tests auf weitere Stationen ist angedacht. Die auf ein Jahr angelegte Probephase wird zunächst mit Einsätzen in Nachtstunden und zu verkehrsarmen Zeiten beginnen. Später wird dann erkundet, wie der Roboter auch mit größeren Fahrgastströmen zurechtkommt. Untersucht werden sollen ferner die erreichbare Einsparung von Zeit und Ressourcen sowie die Akzeptanz seitens der Passanten. Bei positiven Ergebnissen ist die Beschaffung mehrerer Roboter möglich – Arbeitskräfte ersetzen sie jedoch nicht, denn in den Stationen warten genug Aufgaben neben der Bodenreinigung. Nach Angaben von Mathias Lindscheid, Geschäftsführer der Protec, wird parallel ein zweiter, anderer Roboter für die autonome Flurund eventuell auch Büroreinigung in der Üstra-Verwaltung getestet. (ht)

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