Wird Reaktivierung ausgebremst?

Die Endstelle Leimen mit Blickrichtung Wiesloch. Foto: rnv GmbH/Haubner
Für den Wiederaufbau der 1973 aufgegebenen Heidelberger Überlandstraßenbahn von Leimen über Nußloch nach Wiesloch im Süden werden seit vielen Jahren Ringlösungen diskutiert. Eine Machbarkeitsstudie der PTV Transport Consult GmbH hatte bis 2024 ergeben, dass die sechs derzeit noch umsetzbaren Ring-Alternativen für eine Straßenbahn nach Wiesloch und Walldorf mit und ohne Einbeziehung von Sandhausen nur jeweils ein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKI) zwischen 0,3 und 0,4 erreichen. Es folgte eine Prüfung von Optimierungspotenzialen, aus der sich zwei weitere Planvarianten ergaben, die Neubauabschnitte in der Heidelberger Südstadt einbezogen. Die wurden nun vorgestellt. Zwar konnte die Planvariante 8 (große Schleife von den derzeitigen Endpunkten HD-Kirchheim und Leimen ausgehend) nur einen NKI von 0,59 erreichen. Doch bestünde mit der Planvariante 7 (Leimen–Nußloch–Wiesloch–Bahnhof Wiesloch-Walldorf) durch einen NKI- Wert von 1,15 erstmals eine realistische Chance zur förderfähigen Umsetzung.
Aktuell verkehrt die in Leimen beginnende Linie 23 in Heidelberg ab dem Busknoten Rohrbach Süd gemeinsam mit Linie 24 über Rohrbach Markt–Karlsruher Straße–S-Bahn-Station Weststadt/Südstadt– Schillerstraße zum Römerkreis. Die Gutachter schlagen nun vor, für die Anbindung Wieslochs künftig die Linie 24 ab Rohrbach Markt über eine Neubaustrecke durch die südliche Römerstraße rund 200 m westlich der Bestandsstrecke und über einen ehemaligen Bahndamm bis zur SBahn- Station Weststadt/Südstadt zu führen. Dort würde sie wieder auf die Bestandsstrecke treffen, bevor sie auf einer Neubautrecke durch die nördliche Rohrbacher Straße (wie bis 1973) auf direktem Weg zum zentral gelegenen Seegarten weiterfahren würde. Die Bestandslinie 24 würde so bei kürzerer Fahrzeit Konversionsflächen besser erschließen.
Noch bevor die Studie am 16. Juni 2026 im Verkehrsausschuss des Kreistags öffentlich vorgestellt wurde, vermeldete jedoch die „Rhein-Neckar-Zeitung“, die Stadt Heidelberg sähe plötzlich weiteren Prüf- und Abstimmungsbedarf und wolle keine Neubaustrecke durch die südliche Römerstraße. Denn diese werde gerade umgestaltet, sodass dort auf absehbare Zeit keine Straßenbahn vorgesehen sei. Bei Vertretern des Kreises und der Kommunen habe dies für Kopfschütteln gesorgt, schließlich sei die Stadt Heidelberg in den gesamten Prozess eingebunden gewesen. Die Regionalpolitiker würden das Projekt weiterführen wollen. (FM)