U-Bahn-Ausbau: Kleine Fortschritte

Der Berliner Senat hat eine Fortsetzung der Planungen für eine Verlängerung der U 8 (im Bild deren 1987 eröffnete Station Paracelsus-Bad) ins Märkische Viertel im Norden beschlossen. Foto: BVG/Wolfgang Hemmann
Auf der Basis von Voruntersuchungen durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sei ein positiver volkswirtschaftlicher Nutzen nachgewiesen worden. Danach erweist sich eine verlängerte U 8 als das am besten geeignete Verkehrsmittel zur leistungsfähigen Anbindung des Märkischen Viertels: Ab dem U-Bahnhof Wittenau würde der Tunnel unter dem Wilhelmsruher Damm bis in das Zentrum des Märkischen Viertels mit drei Zwischenstationen am Märkischen Zentrum, an der Treuenbrietzener Straße sowie an der Wesendorfer Straße bis zum neuen Endbahnhof am Senftenberger Ring verlängert und so 41.000 Einwohner am besten an das ÖPNV-Netz angeschlossen. Die Inbetriebnahme könnte um 2040 erfolgen.
Für die 1963 bis 1974 errichtete weitläufige Hochhaussiedlung „Märkisches Viertel“ war schon in den 1960er-Jahren eine U-Bahn-Anbindung vorgesehen. Allerdings erreichte die U 8 erst 1994 ihre derzeitige Endstation beim S-Bahnhof Wittenau, von der Zubringerbusse im dichten Takt in das Märkische Viertel fahren. Danach stand der Wiederaufbau der S-Bahn im Fokus.
Nach Recherchen der „Märkischen Allgemeine Zeitung“ hat derweil eine Verlängerung der U 7 von Berlin-Rudow im Südosten zum in Brandenburg gelegenen Flughafen BER für den Landkreis Dahme-Spreewald und für das Land Brandenburg derzeit keine Priorität. Ein Ausbau der U 7 im Nordwesten von Spandau über Pichelsdorfer Straße bis Heerstraße Nord ist dagegen laut Medienberichten nicht wirtschaftlich. Der „Tagesspiegel“ hatte allerdings auf der Basis des Intraplan-Gutachtens berichtet, dass eine deutlich kürzere Führung durch die Wilhelmsstraße mit 1,02 doch knapp wirtschaftlich wäre und sogar als Vorzugsvariante empfohlen worden sei. Es sollen nun weitere Untersuchungen folgen.
Anfang April war ferner bekannt geworden, dass derzeit geprüft werde, statt der angepeilten 1500 U-Bahn- Wagen (Baureihen J/Jk) nur noch 762 Fahrzeuge vom Schweizer Hersteller Stadler tatsächlich zu beschaffen. Darüber berichteten auch Schweizer Medien ausführlich. Laut „Tagesspiegel“ plane man angesichts des geänderten Mobilitätsverhaltens (Homeoffice, weniger Präsenztage) inzwischen nur noch mit Vier-Minuten-Takten in der Hauptverkehrszeit statt bisher mit 3,3-Minuten-Takten. Außerdem werde eine Ertüchtigung der aus den 1990er- Jahren stammenden Baureihen F90/ F92 geprüft. Die ersten drei Großprofilzüge der Baureihe J waren am 30. April 2026 erstmals im Einsatz. (FM)