Stellt Ahrensburg die S 4 in Frage?

Die Routinesitzung des Ahrensburger Planungs- und Bauausschusses wird zur Grundsatzdebatte über den Bau der Hamburger S-Bahn-Linie S 4 durch die Stadt bis Gartenholz.

Bei der für Juni oder Juli angestrebten Auslage der Pläne für den dritten Bauabschnitt sehen alle Fraktionen und auch Bürgerinitiativen erheblichen Änderungsbedarf. Einige Abgeordnete forderten auch, sich bereits auf eine Klage vorzubereiten. Viele Abgeordnete wollen, dass sich die Stadt noch in das bereits laufende Verfahren für den zweiten Bauabschnitt auf Hamburger Gebiet einbringt, da dort an der Landesgrenze bereits „vollendete Tatsachen“ geschaffen würden, auf die man dann im dritten Abschnitt kaum noch Einfluss hätte. Die Einwendungsfrist bis 12. Juni sei allerdings nur schwer zu erreichen.

Absolutes „No-Go“ für alle Politiker: Die um ein S-Bahngleis erweiterte Bestandstrecke soll nahe der Altstadt mit 6 m hohen Lärmschutzwänden bebaut werden. Damit würden jedoch wichtige Sichtachsen in der Stadt verbaut und das Stadtbild schwer beeinträchtigt. Der Bau zweier zusätzlicher S-Bahn- Gleise im Süden der Stadt erfordere außerdem erhebliche Eingriffe in ein Naturschutzgebiet. Auch würde die geplante Bahnbrücke Brauner Hirsch neuen Autoverkehr in Richtung Autobahn durch ein Wohngebiet leiten.

Laut „Hamburger Abendblatt“ plädierten Abgeordnete mehrerer Fraktionen massiv dafür, sich ganz gegen die S 4 zu stellen, um die Deutsche Bahn zu zwingen, auf Forderungen noch einzugehen. Viele Abgeordnete sähen inzwischen, dass die S 4 für Ahrensburg mehr Nachteile als Vorteile brächte: Neben den massiven Eingriffen ins Stadtbild würden den Fahrgästen gegenüber der derzeitigen Regionalbahn weniger Komfort und längere Fahrzeiten zugemutet. Allerdings würde die Stadt auch ohne S 4 von der massiven Zunahme des Güterzugverkehrs betroffen sein. Trotz der Verzögerungen im seit 2017 laufenden Planfeststellungsverfahren wird die Inbetriebnahme der S 4 noch für Ende 2029 bis Ahrensburg erwartet. (FM)

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