„Saftbahn“: Chancen für Reaktivierung
Gutachten. Die Gutachter schätzen die Kosten dafür auf circa 130 Mio Euro. Davon könnten 90 Prozent durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) vom Bund gefördert werden. Bei einer Reaktivierung würden neue Verkehrsstationen am Chemiepark Bitterfeld, in Sandersdorf, Großzöberitz und Zörbig entstehen. Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales, stellte Mitte Februar mit den Projektpartnern die Studienergebnisse vor. „Damit ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Reaktivierung der Strecke getan“, betonte sie. Nun müsse sich im Ergebnis der anschließenden Detailplanungen zeigen, ob das Vorhaben insbesondere mit Blick auf die Finanzierbarkeit praktisch umsetzbar sei.
Nach Auskunft der Ministerin wurden vier verschiedene Varianten untersucht. Nur für die Reaktivierung der Gesamtstrecke Bitterfeld–Zörbig–Stumsdorf in Verbindung mit der stündlichen Verlängerung der S 2 von Leipzig über Bitterfeld, Zörbig und Stumsdorf nach Köthen haben die Gutachter ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,14 ermittelt. Die Experten weisen außerdem darauf hin, dass eine Streckengeschwindigkeit von mindestens 80 km/h sowie eine Elektrifizierung der Gesamtstrecke notwendig seien, um die Verbindung attraktiv zu gestalten.
„Die Reaktivierung von Bahnstrecken ist eine Möglichkeit, um Kapazitätsengpässe zu beseitigen, die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zu erhöhen und zentrale Verbindungen zu beschleunigen. In Sachsen-Anhalt setzen wir dabei vorrangig auf das bestehende, bereits sehr dichte Streckennetz“, erläuterte Hüskens. Voraussetzung sei ein nachgewiesener verkehrlicher und volkswirtschaftlicher Nutzen. Dann könne die Finanzierung überwiegend über Bundesmittel gestemmt werden. Für die weiteren Planungsschritte schließe die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) eine Vereinbarung mit den beteiligten Eisenbahninfrastrukturunternehmen. (mab)