S 4: Planauslegung mit Verspätung

Im Planfeststellungsverfahren für den dritten Abschnitt der Hamburger S 4 von der Landesgrenze zu Hamburg bis Ahrensburg-Gartenholz soll es nach den Sommerferien zu einer öffentlichen Auslage der aktualisierten Pläne kommen – drei Jahre später als angekündigt.

Die Stadt Ahrensburg beteiligt sich nun doch am Verfahren für den zweiten Bauabschnitt auf Hamburger Gebiet, da schon in diesem unmittelbar an das Stadtgebiet anschließenden Abschnitt wichtige Festlegungen getroffen würden. Die Deutsche Bahn müsse sich daher nun bereits zu den Einwänden äußern. Die Stadt will sowohl das Naturschutzgebiet Tunneltal wie auch das Stadtgebiet von 6 m hohen Lärmschutzwänden freihalten. Güterzüge sollten die Stadt umfahren, etwa über die Strecke Lübeck–Lüneburg–Büchen – wo es aber auch Widerstand gegen den Ausbau gibt. Laut eines Rechtsgutachtens für die Stadt Ahrensburg könne sich diese gegen eine Beeinträchtigung ihres Stadtbilds wegen der verfassungsrechtlichen Garantie der kommunalen Selbstverwaltung wehren und im Extremfall sogar die Verlegung in eine tiefere Lage oder einen Tunnel durchsetzen.

In einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ widersprach Gesamtprojektleiterin Amina Karam: Grundsätzlich habe Lärmschutz Vorrang vor Belangen des Stadtbilds. Man arbeite aber daran, der Stadt zu 70 Prozent transparente Lärmschutzwände für die sensiblen Stellen anbieten zu können, sobald die für 2023 vorgesehenen Zertifizierungen vorlägen. Diese Wände kosteten 40 Prozent mehr, aber man bemühe sich um eine Lösung der finanziellen Belange. Karam versprach auch Verbesserungen im Baustellenmanagement für die sensiblen Bereiche im Naturschutzgebiet Tunneltal; auch solle ein Brückenneubau optisch deutlich weniger beeinträchtigend ausfallen. Eine Anhörung der Bürger solle es aber erst nach der Auslegung geben, da beim Planfeststellungsverfahren die Zeit dränge. Man hoffe noch auf einen Baubeginn Anfang 2027, um bis zum Fahrplanwechsel 2029 die Strecke in Betrieb nehmen zu können. Das Projekt zweier zusätzlicher Gleise ist auf 1,8 Mrd Euro veranschlagt. (FM)

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