Reaktivierung schreitet planmäßig voran
Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 soll der Zugverkehr auf der Linie RB 56 aufgenommen werden. Neben den Maßnahmen zur Ertüchtigung der Strecke selbst rücken nun auch die Verkehrsstationen in den Fokus. So sollen die Bahnhofsumfelder in Neuenhaus-Veldhausen, Hoogstede, Emlichheim und Laarwald umgestaltet und aufgewertet werden. Bei diesen Vorhaben unterstützt der Landkreis Grafschaft Bentheim die Kommunen und beteiligt sich an den Kosten. Insgesamt rund 1,9 Mio Euro stellt der Landkreis zur Verfügung, die für den Bau von Bushaltestellen, Parkplätzen und Fahrradabstellanlagen, Fahrradboxen und E-Ladesäulen verwendet werden. Für die Umsetzung der Maßnahmen haben die Kommunen Fördermittel bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) beantragt. Zusätzlich beteiligt sich der Landkreis mit 111.000 Euro an den Kosten für ein Bahnsteigdach im Bahnhof Emlichheim sowie mit 33.000 Euro am Bau einer Rampe und eines Wetterschutzes am Haltepunkt Hoogstede.
Grundsätzlich sind an der Finanzierung der erforderlichen Infrastruktur zur Reaktivierung der Verbindung zwischen Neuenhaus und Coevorden auf deutscher Seite der Bund (90 Prozent), das Land Niedersachsen (fünf Prozent) und der Landkreis Grafschaft Bentheim (fünf Prozent/1,25 Mio Euro) beteiligt. Darüber hinaus beteiligt sich das Land mit 1 Mio Euro an der notwendigen grenzüberschreitenden Schnittstelle und der Zugsicherung. Vom Landkreis ist dafür eine Kofinanzierung von 210.000 Euro geplant. Das Reaktivierungsvorhaben wurde vorbereitet und wird begleitet durch ein internationales Kooperationsprojekt, an dessen Finanzierung der Landkreis mit rund 700.000 Euro beteiligt ist. Insgesamt fließen von Landkreiseite rund 4,2 Mio Euro in das SPNV-Reaktivierungsvorhaben.
Unterdessen hat die BE für die ebenfalls geplante Reaktivierung des 5,2 km langen Abschnitts Bad Bentheim–Gildehaus den Planungsauftrag vergeben. Die Kosten für die Planungsleistungen, die Ertüchtigung der Strecke und den Bau von Haltepunkten liegen bei 11,7 Mio Euro. Zu klären ist auch, wie künftig das ehemalige Bahnhofsgebäude in Gildehaus genutzt werden kann, das in Privatbesitz ist. Bei dieser Strecke gibt es laut des Parlamentarischen Lenkungskreises in Niedersachsen „gute Voraussetzungen“ für eine SPNV-Reaktivierung. Entsprechend hatte sie es als eine von sechs Verbindungen in die letzte Stufe des niedersächsischen Reaktivierungsprogramms geschafft. (ms)