BVG startet Neubau des Waisentunnels

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben den Startschuss für die Erneuerung des Waisentunnels gegeben. Das Bauvorhaben ist ein wesentlicher Meilenstein für mehr Flexibilität und somit mehr Stabilität im U-Bahn-Netz. Der Tunnel verbindet die U 5 mit dem übrigen Großprofilnetz – also den Linien U 6 bis U 9. Mit dem Neubau wird diese seit rund zehn Jahren unterbrochene Verbindung wiederhergestellt, die Werkstattbesuche und Fahrzeugeinsätze flexibler macht. Vier Jahre nach Baubeginn sollen die ersten Züge durch den erneuerten Tunnel fahren.

Der rund 100 Jahre alte Waisentunnel verläuft vom U-Bahnhof Alexanderplatz unter der Littenstraße und der Spree bis zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Er ermöglicht damit eine direkte Verbindung zwischen der U 5 und der U 8 in beide Richtungen. Seit der Sperrung des Tunnels sind die Betriebswerkstatt Friedrichsfelde und die Linie U 5 vom übrigen Netz getrennt. U-Bahnen müssen für Werkstattbesuche oder Einsätze auf anderen Linien deshalb aufwendig einzeln per Tieflader durch die Stadt transportiert werden.

Der Ersatzneubau erfolgt in mehreren Bauphasen. Für den Neubau werden zuerst auf der südlichen Spreeseite Spundwände und eine Sohlplatte eingebracht, bevor die Baugrube ausgepumpt wird. So können die Bautrupps den ersten Abschnitt des neuen Tunnels errichten. Anschließend wird die Baugrube wieder geflutet und eine weitere Spundwandkonstruktion auf der nördlichen Spreeseite eingerichtet. Dort wiederholen sich die gleichen Arbeitsschritte. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt ein vollständig neuer Tunnel. (jb)

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