Ziel: 10.000 autonome Fahrzeuge

Autonome Busse sollen in den kommenden Jahren ein wesentlicher Bestandteil des ÖPNV sein. Foto: Bertrandt

Die deutschlandweite Fächendeckende Einführung autonomer Fahrzeuge im ÖPNV steht im Mittelpunkt des von Init geleiteten Forschungs- und Umsetzungsprojekts BRAVE10k. Der Projektname steht für „Bedingungen für die Rahmenausschreibung, Abwicklung, Verkehrszulassung und Einführung von mehr als 10.000 öffentlichen autonomen Fahrzeugen“.

Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten und vom TÜV Rheinland betreuten, auf drei Jahre angelegten Projekt werden die 18 Partner aus ÖPNV, Wissenschaft, Technologie und Consulting (darunter Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH, Fahrzeugmanagement Region Frankfurt Rhein-Main GmbH und Karlsruher Institut für Technologie) der Frage nachgehen, wie sich bis 2030 10.000 autonom betriebene Fahrzeuge in den öentlichen Verkehr eingliedern lassen. Es soll somit die Voraussetzungen für den großflächigen Einsatz dieser Fahrzeuge in Deutschland schaen. Dazu soll das Konsortium standardisierte Verfahren und digitale Werkzeuge entwickeln, die Planung, Ausschreibung, Genehmigung und Betrieb der Fahrzeuge deutlich vereinfachen sollen.

Im Projekt werden Lösungen für Betrieb, Leitstellen und technische Aufsicht geschaffen, die einen sicheren fahrerlosen Betrieb ermöglichen sollen. Dazu zählt eine einheitliche Klassifizierung von Streckenanforderungen, um Einsatzbedingungen systematisch zu beschreiben und vergleichbar zu machen. Standardisierte Verfahren für Genehmigung und Zulassung werden genutzt, die den Übergang in den Regelbetrieb beschleunigen sollen. Außerdem werden Realdaten erhoben und intelligent genutzt, um die Planung und den Betrieb datenbasiert zu optimieren. Ein digitaler Zwilling wird zudem (Fahr-)Betrieb, Sicherheit und Leistungsfähigkeit virtuell simulieren und bewertbar machen. Zur einfachen Nutzung durch Verkehrsunternehmen und Städte werden digitale Planungs- und Auswertungswerkzeuge erstellt. Unterstützt wird das Ganze durch oene Schnittstellen und Standards, mit denen sich ein interoperables Mobilitätsökosystem erschaen lässt. So werden alle Aspekte von Verfügbarkeit, Sicherheit, Akzeptanz und Betrieb bestmöglich berücksichtigt.

BRAVE10k setzt auf eine aktive Einbindung der Branche: In den kommenden Monaten nimmt das Projekt ein aktives Stakeholdermanagement auf, um in einen oenen Dialog mit der gesamten Verkehrsbranche zu kommen. Inits Research & Development-Managerin Yasmin Wehrle, die das Projekt leitet, erwartet viel von BRAVE10k: „Die Einwicklung automatisierter und autonomer Fahrzeuge ist in den vergangenen Jahren weit fortgeschritten. Ich freue mich sehr auf die bevorstehenden drei Jahre und die zahlreichen Dialoge, die wir mit der ÖV-Branche geplant haben. Mit BRAVE10k schaen wir den Schritt weg von Pilotprojekten hin zu einem skalierfähigen und wirtschaftlichen ÖPNV der Zukunft.“ Matthias Teichmann, Projektleiter bei schwarzenberg.tech, unterstreicht: „Der Weg zu 10.000 autonomen Fahrzeugen beginnt nicht mit der Fahrzeugtechnologie allein, sondern auch mit zielgerichteten Standards, Prozessen und Genehmigungsverfahren. Mit BRAVE10k schaen wir gemeinsam die Voraussetzungen, damit autonome Mobilität künftig sicher, ezient und im großen Maßstab Teil des öentlichen Verkehrs werden kann.“ Gelingt es laut Init, autonome Fahrzeuge als Bestandteil des öentlichen Verkehrs zu etablieren, wäre das ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas – sowohl im Hinblick auf die Technologieführerschaft als auch auf Klimaschutzziele und den Wunsch nach besseren Mobilitätsangeboten für eine wachsende und alternde Bevölkerung. (mab)

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