Pilotbetrieb in Düsseldorf

Annette Grabbe, Vorständin Rheinbahn, und Win Neidlinger, Geschäftsführer/CEO MIRA, vor dem MIRA-Fahrerstand. Foto: Rheinbahn
Der Testbetrieb beginnt im Mai 2026. Die Shuttle-Strecke führt vom Flughafen-Bahnhof und EUREFCampus zum Flughafen-Terminal und zurück – und verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr. Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum erprobt. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet ein „Safety Driver“ den Betrieb und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Ziel ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.
Im Fokus stehen dabei Betriebssicherheit und Systemstabilität, Integration in bestehende Verkehrs- und Leitstrukturen, Akzeptanz bei Fahrgästen sowie Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen möglichen späteren Einsatz im öffentlichen Verkehr sowie für weitere Anwendungsfelder – etwa in der Logistik oder Landwirtschaft. Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, erklärt: „Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen.“ Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum sei ein wichtiger Schritt. Das Unternehmen entscheide auf Basis belastbarer Daten, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil der Betriebsstruktur wird. „Für uns steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Mehrwert für einen leistungsfähigen, resilienten und bezahlbaren Nahverkehr.“
Rheinmetall und MIRA GmbH entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus hochsicherer Cloud- Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement. Diese verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schaffe die Cloud-Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV. (mab)