Mit Tempo in die digitale Zukunft
Die Technologie soll Schritt für Schritt für alle neun Linien des Frankfurter Schienennetzes umgesetzt werden, beginnend mit U 4 und U 5. Im September 2025 fuhr ein U-Bahn-Prototyp des Projekts über den Testring der Stadtbahnzentralwerkstatt der VGF. Nun starten Testfahrten ohne Passagiere im Tunnel auf der Strecke von U 4 und U 5 zwischen Bockenheimer Warte und Seckbacher Landstraße.
Um die Testfahrten durchführen zu können, wird es laut VGF im Laufe des Jahres zu Einschränkungen auf den Linien U 4 und U 5 kommen. Um die Auswirkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten, erfolgen die Testfahrten vorrangig nachts und an einigen Wochenenden.
Die neue Technik gilt als komplex und muss vor der Zulassung und Nutzung im Regelbetrieb auf „Herz und Nieren“ getestet werden. Während der Testfahrten werden alle betrieblichen Szenarien wie Anfahren verschiedener Haltepunkte und das Fahren im „wandernden Raumabstand“ erprobt. Zudem gibt es Stress- und Belastungstests.
Die VGF stellt ab 2027 schrittweise ihr derzeitiges Zugsicherungssystem auf ein digitales System um. Dabei kommunizieren die Züge kontinuierlich per funkbasierter Datenübertragung mit der Streckeninfrastruktur. Die Technologie dahinter ist die „Communication-Based Train Control“-Technologie („CBTC“), die das Fahren im zuvor erwähnten „wandernden Raumabstand“ ermöglicht. Das bedeutet, dass die Züge im Tunnel nicht mehr in Blockabschnitten, sondern automatisiert im absoluten Bremswegabstand zueinander fahren. Züge können so in kürzeren Abständen fahren, was wiederum eine deutliche Angebotsausweitung der VGF möglich macht, ohne Strecken oder Stationen um- oder neu zu bauen. Durch das neue System wwerden die Taktgenauigkeit sowie -verlässlichkeit erhöht und bis zu 25 Prozent Energie eingespart. Die Technik wirkt außerdem dem Verschleiß von Fahrzeugen und Schienen entgegen und erhöht den Passagierkomfort durch sanftes Beschleunigen und Bremsen.
Bis 2027 soll die neue Technik für die Linien U 4 und U 5 fertiggestellt werden. Für das Jahr 2030 sind die Strecken der Linien U 1, U 2, U 3 und U 8 vorgesehen. Die Strecken von U 6 und U 7 sowie die Straßenbahn sollen im Jahr 2033 folgen. (mab)