„Mehr Rot für mehr Sicherheit“

Seit dem 12. März 2026 setzt die Rheinbahn die neu lackierte Hochflurbahn im regulären Linienbetrieb ein; Foto: Rheinbahn
Die Hochflur-Bahn des Typs HF6 fährt auf verschiedenen Linien. Schrittweise erhalten in den kommenden Jahren mehr als 200 Straßen- und Stadtbahnen die markante „rote Schnauze“ mit ergänzendem roten Kontraststreifen. „Sicherheit ist für uns keine Einzelmaßnahme, sondern eine strategische Führungsaufgabe“, erklärt Rheinbahn- Vorständin Annette Grabbe. „Mit unserer Sicherheitsstrategie 2030 verfolgen wir einen 360-Grad-Ansatz: Wir wollen Risiken erkennen und reduzieren, bevor etwas passiert. Unsere Mitarbeitenden und Fahrgäste sollen bestmöglich geschützt werden – technisch, organisatorisch und kulturell.“
Die Rotlackierung erhöht die Sichtbarkeit der Fahrzeuge im Mischverkehr. Insbesondere an Kreuzungen, bei Abbiege- oder Wendevorgängen oder bei eingeschränkten Sichtverhältnissen sollen die Bahnen schneller wahrgenommen werden. „Unfallanalysen zeigen, dass Bahnen in bestimmten Verkehrssituationen – etwa bei verbotswidrigem oder unachtsamem Linksabbiegen – teilweise zu spät gesehen werden“, erläutert Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge bei der Rheinbahn. „Mit dem höheren Rotanteil stärken wir die Außenwahrnehmung unserer Fahrzeuge deutlich. Das ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Baustein zur Unfallprävention.“
Die Rheinbahn lässt ihre Maßnahmen für mehr Sicherheit wissenschaftlich begleiten. Auch die Entscheidung für eine erhöhte Sichtbarkeit stützt sich auf verkehrswissenschaftliche und verkehrspsychologische Erkenntnisse: Studien aus der Unfallforschung belegen, dass auffällige Farbkontraste die Sichtbarkeit von Fahrzeugen deutlich verbessern – insbesondere in komplexen Verkehrssituationen wie an Kreuzungen oder bei Abbiegevorgängen.
Die neue Farbgebung ist Teil eines Maßnahmenpakets zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Fahrbetrieb. Dazu zählen unter anderem Prototypen von Kollisionswarnsystemen in Hoch- und Niederflurfahrzeugen, Optimierung von Fahrsignalanlagen gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf, bauliche Maßnahmen zur Reduzierung kritischer Abbiegesituationen, Anpassung von Schulungsschwerpunkten und Intensivierung der Streckenkenntnis sowie KI-gestützte Systeme zur Erkennung verbotswidriger Abbiegevorgänge. Eingebettet sind die Maßnahmenpakete in die oben erwähnte Sicherheitsstrategie 2030. Mit dem Ansatz „Sicherheit 360 Grad“ bündelt diese alle Sicherheitsaktivitäten der Rheinbahn in einem strategischen Rahmen mit vier Säulen: Prävention (Risiken erkennen, bevor sie entstehen), Präsenz (Sichtbarkeit schafft Sicherheit), Technologie und Prozesse (moderne Sicherheit für einen modernen ÖPNV) sowie Verhalten und Kultur (Sicherheit beginnt im Kopf). Ziel ist es, Sicherheit strategisch zu steuern, operativ wirksam zu machen und transparent messbar zu gestalten. (mab)