Flottenverjüngung in Kassel

Mehrere Fahrzeug-Generationen der KVG-Flotte sind für einen Verkauf vorgesehen; Foto: KVG

Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) will 14 Straßenbahnen aus ihrem Bestand verkaufen. Hintergrund ist die derzeit laufende Neubeschaffung von zunächst 22 Fahrzeugen des Herstellers Skoda für die Nordhessen-Metropole.

Zur Vorbereitung einer möglichen Veräußerung hat das Verkehrsunternehmen nun über das EU-Vergabeportal TED eine „Markterkundung“ gestartet. Ziel sei, ein besseres Verständnis über das aktuelle Marktinteresse, mögliche Verwertungsoptionen sowie marktübliche Preisvorstellungen zu erhalten. Bei der KVG bestünden zwar „keine konkreten Erwartungen an künftige Einsatzszenarien“ für die abzugebenden Züge, betonte eine KVG-Sprecherin gegenüber der NaNa. Sie deutete aber an, dass sich die KVG auch über eine mögliche Nachfrage „etwa im internationalen Umfeld“ ein Bild machen wolle. Gleiches gelte für potenzielle Käufer „mit ähnlichen technischen Standards“ wie in Kassel.

Die zum Verkauf vorgesehenen Straßenbahnen umfassen mehrere Generationen der KVG-Flotte: Hochflurfahrzeuge des Typs N8C (Baujahr 1986), Niederflurfahrzeuge des Typs 6ENGTW (1994/1996) sowie Niederflurfahrzeuge des Typs 8ENGTW (ab 1998). „Die Fahrzeuge sind allesamt betriebsfähig, entsprechen jedoch nicht mehr im vollen Maße den heutigen Anforderungen an Komfort, Barrierefreiheit und Wirtschaftlichkeit“, betonte die Sprecherin. Eine Aufbereitung durch die KVG sei nicht vorgesehen. „Die Fahrzeuge werden im aktuellen Zustand veräußert.“

Ob die geplante Veräußerung von bis zu 14 Zügen bei laufender Neubeschaffung von zunächst 22 Straßenbahnen (mit Option für weitere 18 Fahrzeuge) auch Netzerweiterungen beziehungsweise dichtere Takte ermöglichen solle, verneinte die Sprecherin für den Moment. Die Neubeschaffung diene zunächst der Stabilisierung und Sicherstellung des Betriebs. „Eine Vergrößerung der Flotte erfolgt insofern in erster Linie zum Ausgleich des bestehenden Defizits und zur schrittweisen Ablösung veralteter Fahrzeuge.“

Was die erwarteten Verkaufserlöse auch im Zusammenspiel mit der Neubeschaffung betrifft, ließ die Sprecherin nur wissen, dass die Finanzierung der neuen Züge „langfristig und eigenständig aufgestellt“ sei. Laut aktueller Herstellerauskunft werde das erste Fahrzeug der neuen Generation nun im Dezember 2026 ausgeliefert. Die Integration der Bahn in den regulären Fahrgastbetrieb sei ab Mitte 2027 geplant. Zuvor liefen noch Tests, Zulassungen und Schulungen.

Für Interessenten im Rahmen der Markterkundung (TED: 329892-2026) zum Tramverkauf stellen die KVG über das Lieferantenportal „astras“ der Holding KVV einen Fragenkatalog bereit. (dhe)

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