Busse auf der IAA Transportation 2026: Mehr als nichts

Der Robobus Urban Elf von Skyworth bietet neun bis zwölf Sitzplätze, kann aber auch mit 19 Stehplätzen konfiguriert werden. Foto: Achim Uhlenhut
Es bedarf eines längeren Rundgangs über die gesamte Messe, um die dort präsentierten Linienbusse aufzusuchen. Die IAA Transportation 2026 wirkt deutlich aufgeräumter als die Vorgängerveranstaltung 2024. Erneut wurden Ausstellungsbereiche neu sortiert, Hallen- und Geländenutzung umstrukturiert. Dass die Zeit der „Bushalle“ im Süden des Geländes vorbei ist und die Großen der Branche seither äußerste Bus-Zurückhaltung üben, manifestierte sich bereits mit der inhaltlichen Neuausrichtung der IAA: Aller Verkehrswendediskussion zum Trotz sind Busse im Rahmen der IAA seither kein Thema mehr, sie haben ihre Foren in Brüssel und Berlin. Das allerdings hinderte Aussteller, insbesondere aus Asien, keineswegs daran, auch diesmal mit neuen, explizit für europäische Märkte vorgesehenen Linienbussen nach Hannover zu reisen. Sogar eine Weltpremiere war unter den gezeigten Novitäten.
Am Vortag der IAA enthüllten Unternehmenschef Ma Zhengang und Chen Xi, Leiter der Bussparte von Sunwin Bus, den unter bekanntem MG-Logo („Morris Garages“) laufenden neuen Low-Entry-Bus MG iev12LE. Der ebenso 100 Prozent elektrische Niederflur- Bruder iev12, 2025 in Brüssel präsentiert, wurde in Hannover gleich nebenan gezeigt. Angekündigt mit Premiere in Brüssel 2027 sind von MG/Sunwin nun noch Midi- und Gelenkbus sowie 12- und 18-m Trolley. Zur 12-m-Klasse der E-Busse zählt auch der Foton eAurora auf zwei ZF-Achsen. Der BMC ProCity+ 12 M EV fährt rein elektrisch, während der ihm bei BMC zur Seite gestellte ProCity 18M DSL das längere Dieselpendant darstellt. Aus türkischer Produktion hingegen stammt der HBS Comfort City H2 von Habaş, ein neuer Brennstozellenbus in Standardlänge. Markant sind hier unter anderem der Technikturm im Busheck sowie ein über drei Fensterlängen reichender, ausgedehnter Mehrzweckbereich in der Wagenmitte. Wie Foton zeigte Habaş den Bus mit klassischen Rückspiegeln.
Ganz anders der Urban Elf Robobus der chinesischen Marke Skyworth (Skywell-Gruppe). Der Neun- bis Zwölfsitzer soll autonom fahren und mit seiner Größe eine Lücke schließen, denn alternativ sind 19 Stehplätze möglich – wenn autonome Fahrt mit stehenden Fahrgästen zulässig ist. Die Batterien ruhen im Niederflur-Boden. Es wird eine Energieezienz von 92,7 Prozent versprochen. Wie bei seinen Transportern legt Skyworth Auto großen Wert auf Innen- und Außendesign. Der knapp 5,5 m lange Urban Elf kommt, für aktuelle Nutzfahrzeuge nicht selbstverständlich, optisch sehr freundlich daher. Die Fahrgastraumgestaltung ist flexibel: Der mit den Designpreisen „Reddot 2026“ und „iF Design Award 2026“ ausgezeichnete „Elf“ ist auf Wunsch mit festem Fahrerplatz, mit Sitzecken, als Bücherbus wie auch als Privatwagen mit Schlafraum konfigurierbar.
Neue Linienbusse gab es auch auf der hallenverbindenden Shuttlebus-Linie: BYD, MAN und Daimler nutzten die Gelegenheit, aktuelle Werks-Fahrzeuge der Typen B13B, eCitaro und Lion´s City E zwischen anderen Bussen auf der Messe kreisen zu lassen. Wie bei den Exponaten ist allerdings auch beim Busshuttle das Dieselzeitalter noch nicht ganz überwunden. (ht)