ERTMS-Koordinierungsstelle nimmt Arbeit auf
Das Bundesverkehrsministerium (BMV) hat eine Koordinierungsstelle geschaffen, um die Umrüstung von Zügen auf digitale Technik zu beschleunigen. Darauf hat sich am Freitag der runde Tisch Digitalisierung verständigt. Die Stelle soll dafür sorgen, dass Maßnahmen aufeinander abgestimmt und erfolgreich umgesetzt werden, heißt es in einer Mitteilung des BMV. Es sei Anlaufstelle für den gesamten Bahnsektor zu Fragen rund um das Thema European Rail Traffic Management System ERTMS und European Train Control System ETCS.
Außerdem koordiniere die ERTMS-Koordinierungsstelle die Förderung der Umrüstung von vorhandenen Zügen auf die neue Technologie. Mit der Digitalisierung soll sich die Kapazität des bestehenden Netzes erhöhen. Züge können damit in dichteren Abständen fahren. Zudem verbesserten sich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, da Echtzeitkommunikation zwischen Zügen und Leitstellen möglich werde, so das Ministerium.
Zentrales Entscheidungsgremium der Koordinierungsstelle sei ein Lenkungskreis, dem als stimmberechtigte Mitglieder Vertreter der Länder, die Aufgabenträger (vertreten durch den BSN), die Verbände der im Bundesschienenwegeausbaugesetz vorgesehenen Eisenbahnverkehrsunternehmen (vertreten durch VDV, Mofair, Die Güterbahnen) sowie die DB InfraGo AG angehören. Den Vorsitz des Lenkungskreises hat laut Ministerium das BMV.
Die Koordinierungsstelle werde durch das BMV zunächst bei der PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH angesiedelt und nehme ab sofort ihre Arbeit auf. Geplant ist, die Organisationsform zum 30. Juni 2027 zu evaluieren.
Verbände begrüßen die Gründung der Koordinierungsstelle. „Unsere Erwartung an die neue Koordinierungsstelle ist es, dass eine gemeinsame und an den notwendigen Anforderungen der Branche orientierte Zusammenarbeit sichergestellt wird“, sagte Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV).
Als Anfang vom Ende des Durchwurstelns bezeichnet der Verband „Die Güterbahnen“ die Initiative. „Das Kriterium einer ‚effizienten Umrüstung‘ ist erreicht, wenn alle benötigten Lokomotiven und Triebzüge die neue Technik an Bord haben, bevor auch die jeweiligen Strecken umgerüstet werden“, kommentierte Oliver Smock, Referent für Eisenbahnpolitik, das neue Gremium. Dabei dürften die hohen Kosten sowie die Standzeiten der Fahrzeugumrüstung die Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht überfordern oder gar in Übergewinnen der Hersteller der neuen Technik münden. (sl)