Bundesinstitut: D-Ticket erhöht ÖPNV-Modal-Share

Seit Einführung des D-Tickets nutzen Pendlerinnen und Pendler etwas häufiger den ÖPNV und bezahlen tendenziell weniger für ihren täglichen Arbeitsweg. Wie groß der Effekt ist, hängt stark von Angebots- und Siedlungsstruktur ab. Der Preis ist nämlich nicht das einzige Kriterium für die Wahl des Verkehrsmittels.

Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF). Kern der Methodik war die Erstellung einer „synthetischen Population“ mit sogenannter „Stratifizierung“. Dabei wird die „Gesamtheit der synthetischen Bevölkerung in verschiedene, möglichst homogene Untergruppen – sogenannte Strata – nach bestimmten Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Region oder sozialem Status unterteilt“, erklären die Studienmacher.

Über eine Wahrscheinlichkeitsverteilung werden den Strata dann Präferenzen und Verhaltensmuster zugeordnet. Später erfolgen Gewichtungen, damit die synthetische Bevölkerung auf aggregierter Ebene mit den amtlichen Statistiken übereinstimmt. Die Präferenzdaten wurden über eine repräsentative Online-Befragung erhoben. Die 69-seitige Studie zum Pendelverhalten hat das Datenportal Statista im Auftrag des DZSF erstellt.

Verglichen wird das Pendelverhalten im Jahr 2022 (also ohne D-Ticket) mit dem Jahr 2024, als das  D-Ticket 49 Euro monatlich kostete. Insgesamt nahm die Zahl der Pendlerinnen und Pendler in diesem Zeitraum leicht zu und verschob sich zugunsten des ÖPNV. Zwar blieb der PKW mit einem Anteil von 67,5 Prozent der Pendelnden auch 2024 klar führend, verlor aber gegenüber 2022 rund 1,7 Prozentpunkte. Der ÖPNV dagegen legte von 13,5 Prozent auf 16,6 Prozent zu und gewann neben dem PKW auch vom Fahrrad leicht hinzu.

Insgesamt hatten rund 82 Prozent der ÖPNV-Pendelnden ein D-Ticket. Im Segment der gut zahlenden Stammkunden konnte also eine hohe Marktdurchdringung des neuen 
Tarifs verzeichnet werden.Zu beobachten waren aber deutliche regionale Unterschiede. Die stärksten Zuwächse, bis gut fünf Prozentpunkte, ließen sich im Umland der Metropolen feststellen. Die Studie führt das auf eine dort hohe ÖPNV-Dichte mit gleichzeitig überdurchschnittlich hohen Ticketpreisen zurück. Aber auch im ländlichen Raum registrierten die Forscher einen Anstieg von etwa zwei Prozent punkten mehr ÖPNV-Pendlern. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur der Preis die individuelle Mobilitätsentscheidung bestimmt. Tatsächlich vergünstigte das D-Ticket zu 49 Euro die Pendelkosten der ÖPNV-Nutzerin nen und -Nutzer im Mittel auf nur noch 34 Euro, gegenüber 50,50 Euro im Vergleichszeitraum. 

Dabei wurde ein Anteil des Ticketpreises privaten Fahrten zugeschieden. Ging hier die monatliche Belastung der Verbraucherinnen und Verbraucher also zurück, stieg sie beim Pkw-Pendeln von 170,90 Euro auf 178,90 Euro an. Insgesamt konnte das D-Ticket bei den Pendlerinnen und Pendlern eine jährliche Gesamtersparnis von rund drei Milliarden Euro erzeugen, vor allem durch eine Verlagerung von beruflichen Autofahrten in Bus und Bahn. (jgf/msa) 

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