bdo: Fehlende politische Unterstützung
Diese Botschaft hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) bei der Vorstellung der Ergebnisse seiner Konjunkturumfrage 2019/2020 als ein zentrales Ergebnis vermittelt. Bei der Umfrage unter den privaten Busunternehmern kam heraus: Fast 90 Prozent (89,8) der Befragten geben an, dass die „hervorragende Umweltbilanz des Busverkehrs“ in den politischen Rahmenbedingungen nicht angemessen berücksichtigt werde. Diese Einschätzung zieht sich dabei durch alle Einzelbereiche der Branche – ÖPNV, Fernlinienverkehr und Touristik – hindurch.
Mehr als 91 Prozent der Unternehmer geben bei der Konjunkturumfrage zudem an, dass Dieselfahrzeuge in den kommenden fünf Jahren nicht vollständig ersetzt werden könnten. Ein anderes Ergebnis steht in engem Zusammenhang dazu: 92,3 Prozent der Befragten sagen, dass alternative Antriebe derzeit noch nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten. Weiterer negativer Faktor für die Busbranche sei der hohe administrative Aufwand, der sich merklich nachteilig auf das Geschäft auswirken könne. 67,5 Prozent aller Befragten nannten dies als Herausforderung für ihre Arbeit. Zu den Ergebnissen erläuterte bdo-Präsident Karl Hülsmann: „Wir erleben derzeit, dass große Chancen beim Schutz des Klimas ungenutzt bleiben. Denn der Bus als umweltfreundlichstes motorisiertes Verkehrsmittel muss derzeit leider bei allen Versuchen, die Emissionen im Mobilitätssektor zu reduzieren, hinter der Schiene zurückstehen. Das ist mit Blick auf die hervorragende Umweltbilanz unserer Fahrzeuge ungerecht.“ Es sei vor allem aber auch ein strategischer Irrweg. Denn nur der Busverkehr könne nun schnell und flexibel wachsen und Pkw im Straßenbild ersetzen, während im Schienensektor über viele Jahre erst die Infrastruktur ertüchtigt werden müsse.
Viel ist laut Verband in der Öffentlichkeit vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu hören, mit dem die Emissionen sinken sollen. Die Realität sehe aber anders aus: Etwa 60 Prozent der ÖPNV-Unternehmen konnten für 2019 kein Wachstum bei den Fahrgastzahlen angeben. 42 Prozent sehen die Rendite sogar als ungünstiger an als im Vorjahr. Zudem wird der Fahrermangel im ÖPNV-Segment als besonders gravierend betrachtet: 66 Prozent der Befragten konnten aus diesem Grund bestimmte Fahrten nicht mehr anbieten. Zudem sind rund 61 Prozent der Unternehmen mit ÖPNV-Schwerpunkt der Ansicht, dass Kommunen den Vorrang der Eigenwirtschaftlichkeit nicht ausreichen beachten. Rund 40 Prozent befürchten sogar die Ausweitung der Kommunalisierung durch Direktvergaben. (mab)