Batteriezüge für den Westerwald

Gemeinsam für den Einsatz von CO2-neutralen Zugsystemen (v. l.): Markus Frank, kaufmännischer Leiter Regionalzüge Siemens

Mobility, Elmar Zeiler, Leiter Regionalzüge Siemens Mobility, Kathrin Eder, Landesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie

und Mobilität, Thorsten Müller, Verbandsdirektor SPNV-Nord, Veit Salzmann, HLB-Geschäftsführer, und Achim Hallerbach,

Verbandsvorsteher SPNV-Nord; Foto: Tobias Vollmer

Die Hessische Landesbahn (HLB) hat für das Pilotprojekt Ober- und Unterwesterwaldbahn drei zweiteilige Mireo-Plus-B-Batteriezüge in Auftrag gegeben. Ein Grund für die Entscheidung: Die betreffenden Strecken erfordern aufgrund anspruchsvoller Steigungen und langer Abschnitte ohne Oberleitung leistungsstarke Züge.

Durch den Einsatz von Batteriezügen sollen erhebliche CO2-Einsparung sowie Lärm- und Abgasreduktionen in der Region erreicht werden – die bisher eingesetzten Dieseltriebzüge werden deshalb durch rein elektrische Züge ersetzt. Die neuen Batteriezüge Mireo Plus B von Siemens Mobility werden auf der Oberwesterwaldbahn (OWB) von Limburg bis Altenkirchen– Au–Siegen (RB 90), und auf der Unterwesterwaldbahn (UWB) zwischen Limburg– Montabaur–Siershahn (RB 29) unterwegs sein. Durch den Einsatz von Silicon-Carbide-Technologie beträgt die Reichweite des Mireo Plus B im Batteriebetrieb auf topographisch anspruchsvoller Strecke etwa 80 km ohne Nachladen. Die Mireo-Plus-B-Batteriezüge sind mit Stromabnehmern, für den Betrieb unter Oberleitung und das Aufladen der Batterien, sowie mit Batterien zum Betrieb auf Strecken ohne Oberleitung ausgestattet.

Der geplante Einsatz der drei Batteriezüge umfasst eine Jahresfahrleistung von fast 400.000 Zug-km. Die Streckenlänge der OWB/RB 90 beträgt rund 115 km, davon sind etwa 75 km ohne Fahrdraht. Es ist vorgesehen, die Züge in Limburg und auf dem Teilabschnitt Au–Siegen nachzuladen. Auf der UWB/RB 29 beträgt die Länge der nicht elektrifizierten Strecke rund 35 km, wodurch der Zugbetrieb hin und zurück ohne Nachladen möglich ist. Die OWB/RB 90 ist mit einer Länge von rund 75 km und der zu überwindenden Höhe von gut 350 m derzeit in Deutschland die anspruchsvollste Strecke für den Einsatz von Batteriezügen.

Laut SPNV-Nord, dem Aufgabenträger für den Schienennahverkehr im Norden von Rheinland-Pfalz, konnte für die Beschaffung der Fahrzeuge eine Unterstützung aus dem Förderprogramm des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) für alternative Antriebe gewonnen werden. „Mit dem Auftrag der Hessischen Landesbahn als unser Vertragspartner an Siemens Mobility für die Lieferung der Batteriezüge ist die Grundlage gelegt, dass die innovativen Fahrzeuge mit dem klimaschonenden Antrieb im Fahrgastbetrieb in der Westerwaldregion ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen können“, erläutert Landrat Achim Hallerbach als Verbandsvorsteher des SPNV-Nord. (baf)

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